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09. September 2010

Perspektivwechsel in Freiburg

Zwei Grafikstudentinnen entwerfen als Abschlussarbeit einen ungewöhnlichen Stadtführer.

  1. Lisa Uder (links) und Katrin Kutt Foto: Michael Bamberger

Einfach mal was anderes – das könnte das Motto von Lisa Uder und Katrin Kutt für ihren neuen Freiburger Stadtführer "Ansichtssache" gewesen sein. Auf 278 Seiten nehmen die beiden Absolventinnen der Freien Hochschule für Grafik Design und Bildende Kunst die Leser gut gelaunt und humorvoll mit zu Freiburgs Sehenswürdigkeiten und an unbekannte Plätze. Wunderschöne Fotos und witzige Interviews peppen das Buch auf, das damit die sonst manchmal dröge Sparte der Reiseführer aufmischt.

Auf die Idee kamen die beiden Freiburgerinnen beim Stöbern in der Buchhandlung. "Wir wollten uns eigentlich nur etwas Inspiration für unsere Abschlussarbeit holen. Irgendwie sind wir dann in der Reiseführerecke gelandet. Da sah aber alles ähnlich und so konservativ aus. Da haben wir uns gedacht, das können wir doch besser machen, und kamen so auf die Idee, selber einen Stadtführer zu entwerfen", erzählt Katrin Kutt.

Die Umsetzung des Wunschprojektes war aber alles andere als leicht. Erstmal mussten ihre größten Kritiker, die drei Betreuer der Abschlussarbeit, überzeugt werden. "Sie haben anfangs nicht ganz verstanden, ob wir jetzt einen Bildband oder einen Stadtführer machen wollen. Wir wollten aber beides", erinnert sich Lisa Uder.

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Um Ideen für interessante und weniger bekannte Plätze in Freiburg zu bekommen, haben beide fast 200 Umfragen an Freunde und Verwandte geschickt und diese dann ausgewertet. "Unser größtes Problem war die Zeit. Wir hatten ja nur drei Monate für die Umsetzung des Stadtführers und alleine die Auswertung der Fragebögen hat Wochen gedauert. Da waren wir manchmal schon kurz davor, aufzugeben."

Aufgegeben haben sie aber nicht, auch nicht bei ihren Interviewpartnern. "Bekannte Persönlichkeiten wie den Sternekoch des Colombi-Hotels, Alfred Klink, oder ZMF-Gründer Alex Heisler zu einem Interview zu bewegen, war manchmal ganz schön schwierig. Aber wir sind dran geblieben und haben dadurch interessante Menschen kennengelernt, leckeres Fünf-Sterne-Essen probieren können und eine Privatführung über das ZMF bekommen."

Der Einfallsreichtum der beiden Freiburgerinnen wurde belohnt: Für ihren Stadtführer haben sie die Bestnote 1,0 bekommen. Und auch die 100 gedruckten Exemplare sind schon ausverkauft. Gerade versuchen sie, einen Verlag zu finden der ihren Stadtführer ins Sortiment aufnimmt. "Es wäre schon cool, im Buchladen sein eigenes Buch stehen zu sehen und es verkaufen zu können." Wenn das nicht klappt, dann wollen sie es selber verlegen. "Das schaffen wir auch noch" – da sind sich die beiden sicher.

Informationen zum Buchkauf unter http://www.ansichtssache-freiburg.de

Autor: Linda Schmidt