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06. November 2008 14:49 Uhr

Vollversammlung an der Pädagogischen Hochschule

PH-Studenten beschließen Gebührenboykott

Bereits vergangene Woche haben die Unistudenten für einen Boykott der Studiengebühren gestimmt. Nun haben sich am Donnerstag Studierende der Pädagogischen Hochschule getroffen. Wenn auch die Diskussion ausfallen musste: Der Boykott ist beschlossen.

  1. Die Gebühren werden zurückgehalten und als Druckmittel in den Verhandlungen genutzt. Foto: Ingo Schneider

""Hier geht es um soziale Gerechtigkeit und ihr denkt ans Mittagessen?" Eine Studentin der Pädagogischen Hochschule (PH) meldet sich kurz vor Ende der geplanten Diskussionszeit zu Wort. Nach gut zweieinhalb Stunden sind in der Aula der PH wenige Fragen beantwortet und viele Anträge abgelehnt.

Erstmals haben sich in diesem Semester Vertreter aller Freiburger Hochschulen in der Kampagne "Gebührenfrei" zusammengetan (die BZ berichtete). Ihr Ziel ist es, die Studiengebühren von 500 Euro wieder abzuschaffen. Die gestrige Vollversammlung an der PH hatte vielversprechend begonnen: Ein kurzer Rückblick auf die Anfänge studentischer Beteiligung an der Hochschulpolitik ließ auf eine engagierte Diskussion hoffen. Damit eben diese nicht zu kurz komme, wurde der Tagesordnungspunkt "Studiengebühren und Boykott" auf den fünften und letzten Platz gesetzt. "Damit wir hinten raus genug Zeit haben", erklärte der Moderator. Von Zeit konnte dann aber keine Rede sein. Denn schon um kurz nach zwölf wurde entschieden: Um zwanzig vor zwei wird über den Boykott abgestimmt. Um zwei Uhr schließt die PH-Mensa.

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Zwei Mitglieder der Studentenvertretung erklärten das Boykottmodell: Jeder, der auf diese Weise protestieren will, überweist 605 Euro auf ein Treuhandkonto. Darin enthalten sind die Studiengebühren sowie der Beitrag an das Studentenwerk und Verwaltungsgebühren. Beschworen wird der "Verblindungseffekt": Die PH könne nicht mehr nachvollziehen, wer streike und wer aus anderen Gründen nicht zahle. Bei den letzten Boykotten waren die 500 Euro Gebühren zurückgehalten, die restlichen 105 Euro aber überwiesen worden.

Haben bis zum 4. Februar 2009 mindestens 900 Studierende das Geld eingezahlt, halten die Boykottinitiatoren das Geld als Druckmittel für Verhandlungen mit der PH zurück. Insgesamt sind an der Hochschule in diesem Wintersemester mehr als 4400 Studierende eingeschrieben. Beim letzten Boykott an der PH im Februar fehlten 17 Einzahler, um das Quorum zu erreichen.

Einige Fragen zum Modell wurden mit Hinweis auf die spätere Diskussion abgefertigt, immer häufiger guckte der Moderator auf die Uhr. Aber die spätere Diskussion fand dann nicht statt. Viele Anträge, Gegenreden und Wortmeldungen später dann ein neuer Antrag, diesmal ein zielführender: Die Abstimmung soll verschoben werden, zuerst sollten Fragen wie die nach möglicher Exmatrikulation geklärt werden. Der Antrag war noch nicht ausformuliert, da wurden schon die ersten roten Zettel über die Köpfe gehalten – die Mägen knurrten.

Für wenige Augenblicke prägte eine andere Farbe das Bild in der Aula: grün. Der Boykott war beschlossen. Zur anschließenden Frage-und-Antwort-Runde, die die Studentenvertretung anbot, blieben nur wenige.

Autor: Dana Hoffmann