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08. Dezember 2009 21:38 Uhr

Besetzung

PH-Studenten übergeben Forderungen an das Rektorat

Eine Woche nach der Besetzung von zwei Hörsälen haben nun auch die Studierenden der Pädagogischen Hochschule ihre Forderungen an ihren Rektor Ulrich Druwe übergeben. Der gibt die Verantwortung weiter.

  1. Die besetzte PH in Freiburg. Foto: Michael Bamberger

Eine Präambel und elf konkrete Forderungen umfasst der Katalog der PH-Studierenden, den sie am Montagabend im völlig überfüllten Hörsaal 103 präsentierten. Darin wehren sie sich gegen die "zunehmende Übertragung von Markt- und Wettbewerbsmechanismen" auf die Hochschulen. Gerade an einer pädagogischen Hochschule müsse es auch "Möglichkeiten der Persönlichkeitsbildung, Allgemeinbildung und politischen Bildung" geben. Die Studierenden fordern außer der Abschaffung von Studiengebühren vor allem eine bessere Finanzierung der Lehre, ausreichend Räume und Personal sowie mehr Mitbestimmung.

"Die Unterfinanzierung der Hochschulen ist seit Jahrzehnten ein Problem", antwortete PH-Rektor Ulrich Druwe, "und die Forderungen werden gegenüber der Politik seit Jahrzehnten vorgetragen. Deshalb bin ich eher skeptisch." Er sei in den vergangenen anderthalb Jahren vier Mal beim Ministerium vorstellig geworden. Auch PH-Kanzler Hendrik Büggeln verwies die Studierenden an die Politik: "Es ist bedauerlich, dass kein Vertreter des Ministeriums da ist." Die Hochschulleitung werbe ständig für mehr Geld: "Wir sind lästig wie Bettwanzen – aber leider nur in bescheidenem Rahmen erfolgreich."

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Der Forderung nach Abschaffung der Studiengebühren schloss sich Druwe dagegen nicht an; diese könnten sozial gestaltet werden, indem sie etwa erst nachträglich erhoben würden. Auch eine Verfasste Studierendenschaft als Vertretung der Studierenden unterstützt Druwe im Unterschied zu Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer nicht: Mitbestimmung solle in den Gremien der Hochschule erfolgen.

Jürgen Nicolaus, Prorektor für Lehre, konstatierte, dass tatsächlich manche Seminare so überfüllt seien, "dass sie ihrem Namen nicht mehr vollständig gerecht werden." Eine Aufhebung von Anwesenheitskontrollen, wie ebenfalls gefordert, sei aber nicht möglich: Verantwortlich seien allein die Dozenten.

Ins Leere liefen die Studierenden mit ihrer immer wieder geäußerten Aufforderung an Rektor Druwe, sich öffentlich ihren Protesten anzuschließen. Wenn er sich auf die Straße stelle, sei das "symbolische Politik", die nur dazu führe, dass er von Politikern nicht mehr ernst genommen werde. Er setzte auf Verhandlungen, so Druwe. Er riet den Studierenden: "Überlegen Sie sich Strategien, wie sie politische Mehrheiten organisieren."

"Das Rektorat ist offenbar nicht bereit, die Interessen und Forderungen der Studierenden konsequent zu vertreten", kommentierte Besetzerin Silvia Kuhn die Veranstaltung. Die Studierenden wollen nun "die Unzufriedenheit mit dem Rektorat in neue Aktionen und Protestformen einfließen zu lassen."

Autor: Thomas Goebel