06. November 2009 19:01 Uhr
Fressmesse
Plaza Culinaria – eine ziemlich große Nummer
Sehen, riechen, schmecken und staunen heißt es auch in diesem Jahr wieder auf der Freiburger Fressmesse Plaza Culinaria. Aabseits von Sterneküche und Nouvelle Cuisine haben wir einen Blick hinter ganz besondere Zahlen geworfen.
- 30 000
ist die Marke, die es zu knacken gilt – 30 000 Besucher nämlich. Vergangenes Jahr waren 28 000 Neugierige gekommen, die Jahre zuvor 26 000, 24 000, 20500 und beim ersten Mal im Jahr 2004 waren es – tataa: 12 500. Das nennt man von damals bis heute wohl eine ansteigende Fieberkurve.
- 174
Tage sind es von heute an bis zur Eröffnung der Expo in Shanghai. Zeit, sich auf der Plaza Culinaria vorzustellen, mag sich das Konfuzius-Institut der Universität gedacht haben und mietete einen Stand. Natürlich nicht, um Vorlesungen zu halten, sondern um – ganz chinesisch – Tees auszuschenken.
- 134
Aussteller kamen im ersten Jahr der Plaza. Diesmal sind’s ein bisschen mehr, nämlich 260.
- 50
Jahre lang war Jochen Koch (ja, so heißt er wirklich) Koch im Rebstock in Bickensohl. Nun ist er "nur" noch Hobbykoch und steht hinter einer funkelnagelneuen Leicht-Küche auf der Plaza und bereitet Pralinen vom Edelfisch mit buntem Reis und Safransauce zu. Natürlich ist er hier, um die Vorzüge von Dampfgarern, Induktionsherden und offenen Küchengrills zu demonstrieren, aber das ficht den Koch nicht an: "Das macht man ja gerne." Wer mal vorbeischauen möchte: Am Samstag wollen er und sein Mitkoch Winfried Rösch Duo von Edelfisch mit Reisnudeln vor aller Augen zubereiten und dann anbieten – und auf den Grill kommt vielleicht noch ein Schweinebraten.
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- 45
Prozent Fett in der Trockenmasse hat der "Munster d’Alsace", der Münsterkäs’, den es beim "Käseflüsterer" Bernard Antony in der Elsässer Ecke zu kaufen gibt. Antony hat so seine Erfahrungen mit Freiburg: "Als ich zum ersten Mal bei der Plaza Culinaria dabei war, musste ich mehrmals in den Käsekeller zurückfahren und Nachschub holen. Die Leute haben alles weggekauft."
- 31
Kilometer fuhr Jörg Lusch mit seinem 59 Jahre alten, dreirädrigen Goliath-Laster nach Freiburg, um hier sein Hieronymus-Bier aus der Schloßbrauerei zu Schmieheim vorzustellen. "Wir passen gut hierher", sagt Lusch, "wir sind ja auch eine regionale Brauerei – obwohl die Freiburger meistens nicht so recht wissen, wo Schmieheim ist."
- 23
Stände rückten zusammen und präsentieren sich gemeinsam als "Slow Food Freiburg" – mit ökologischen, regional typischen und vor allem gutschmeckenden Produkten, ob Spätburgunder von Rinklin aus Eichstetten am Kaiserstuhl oder Gianduia-Schokolade von Caffarel aus Italien. "Je größer der gemeinsame Stand, desto günstiger die eigenen sechs Quadratmeter daran", sagt Klaus Kratz, der mit seinem Feinkostgeschäft Garibaldi bereits zum zweiten Mal vertreten ist. Und: Diesmal ist Slow Food im Vergleich zum Vorjahr sogar um die Hälfte gewachsen.
- 22
Prozent hat der Löhrpflaumenlikör, von dem Frank Küchlin vom Böttchehof in Schallstadt ein Probiererle ausschenkt. Die Löhrpflaume ist übrigens eine Spezial-Brennpflaume aus der Schweiz – ein Pflümli.
- 17
Uhr ist es, als auf dem großen Parkplatz vor der Messe nur noch Autos zu sehen sind, aber kein freier Fleck mehr. Einlass war übrigens um 16 Uhr.
- 5
Sorten Nougat – zum Beispiel: Bittermandelnougat – hat Rolf Seiffert aus Dachsberg im Südschwarzwald dabei, hübsch aufgereiht auf seinem kleinen Stand. Auch Lübecker Marzipan bester Qualität bietet er an. Das besteht, wie Seiffert gerne erklärt, aus Marzipan-Rohmasse mit gemahlenen Mittelmeermandeln ("nicht so süß wie kalifornische") und wird mit Granitwalzen in Form gebracht: "Das gibt eine große Oberfläche, und Sie schmecken nur Oberfläche." Die Plaza-Besucher schmecken vor allem: Hmm.
- 1
Meter Zucker – gibt’s so was? Ja, am Stand von Dorothea und Dietmar Maier aus Denzlingen. Sie haben Zucker mit Lebensmittelfarben gefärbt, mit natürlichen Aromen wie Koriander oder Ingwer aromatisiert und in Plastiktütchen verpackt, die wie an einer Kette aneinanderhängen. 40 Sorten bieten die Maiers an, die zum ersten Mal bei der Plaza dabei sind. "Farbzucker ist in Frankreich schon ein Hit, hier machen wir jetzt mal die Probe aufs Exempel." Und die Plaza-Besucher kommen und staunen.
Autor: Simone Lutz





