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16. Mai 2017 11:20 Uhr

Trendwende?

Im ersten Quartal gab’s weniger Gewalt und Einbrüche in Freiburg

Im ersten Quartal sind die erfassten Gewaltdelikte und Einbrüche in Freiburg rückläufig. Das teilte Polizeipräsident Bernhard Rotzinger am Montag den Mitgliedern des Gemeinderats mit.

  1. Laut Polizeipräsident Bernhard Rottzinger sind die erfassten Gewaltdelikte und Einbrüche im ersten Quartal rückgängig gewesen (Symbolbild). Foto: dpa

"Die Kontrolldichte und höhere Polizeipräsenz wirken." Die Zahlen lägen um 20 beziehungsweise 25 Prozent unter jenen des Vorjahres.

Noch spricht der Polizeichef von einem ersten Trend. Doch Bernhard Rotzinger ist zuversichtlich, dass er das ausgegebene Ziel zum Jahresende erreicht und die Straftaten in Freiburg um zehn Prozent zurückgehen. Die Stadt war auch im vergangenen Jahr unrühmlicher Spitzenreiter in der Kriminalitätsstatistik 2016 des Landes. Und das, obwohl die Zahl der Straftaten leicht gesunken war.

Rückgang ja, aber keine Entspannung

Wie jedes Frühjahr erläutert der Polizeichef im Hauptausschuss des Gemeinderats die Kriminalitätsdaten. Von Entspannung, das weiß Rotzinger, kann in Freiburg nicht die Rede sein. Das subjektive Sicherheitsempfinden werde durch bestimmte Delikte geprägt, wie zum Beispiel die 15 "Straftaten gegen das Leben". Sie bedeuten einen Anstieg um 144 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015, machen aber nur 0,1 Prozent aller Straftaten aus. Oder: Raub und schwere Körperverletzungen nehmen seit dem Jahr 2012 (804 registrierte Fälle) kontinuierlich zu, gingen aber im vergangenen Jahr leicht auf 922 zurück.

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"Gefühle kann man nicht wegdiskutieren." Bernhard Rotzinger
Allerdings: In den Jahren 2009 bis 2011 hatten die Ermittler noch deutlich mehr Fälle zu bearbeiten. "Damals war das Sicherheitsgefühl nicht gestört", sagte OB Dieter Salomon.

Trotzdem sieht Polizeipräsident Rotzinger Handlungsbedarf. Er berichtete vom hochrangigen Vertreter einer großen Behörde, der sich nicht mehr traue, westlich vom Bertoldsbrunnen mit der Straßenbahn zu fahren. "Gefühle kann man nicht wegdiskutieren."

Dass die Polizei in der veröffentlichten Statistik erstmals die Tatverdächtigen nach Deutschen und Ausländern differenzierte, findet Stadtrat Michael Moos (Unabhängige Listen) problematisch. Doch Rotzinger will mit transparenten Zahlen den Verschwörungstheoretikern den Wind aus den Segeln nehmen. Tatsächlich steige der Anteil von Tatverdächtigen ohne deutschen Pass seit Jahren signifikant: auf nun knapp 43 Prozent. Ebenfalls signifikant erhöht habe sich die Zahl tatverdächtiger Flüchtlinge: von 311 im Jahr 2012 auf 1759 im vergangenen Jahr (ohne ausländerrechtliche Straftaten).

Wie denn die Bürger auf die zusätzlichen Beamten im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft mit dem Land reagierten, wollte CDU-Stadtrat Klaus Schüle wissen. Laut Rotzinger werden sie sehr gut aufgenommen, auch mit netten Gesten. "Es war nicht immer so, dass Polizisten von außerhalb sich in Freiburg wohl fühlten."

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Autor: Uwe Mauch