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26. Mai 2010

Geschwindigkeitsbegrenzung

Tempo 30 auf der B 31 - den ganzen Tag?

Jetzt gilt es, das nächtliche Tempolimit auf der B 31 Freiburg. Während auf die Autofahrer - nach einer Eingewöhnungsphase - Kontrollen warten, fordern die Anwohner bereits weitere Schritte.

  1. Jetzt ist es amtlich: Die Tempo-30-Schilder sollen nachts für mehr Ruhe sorgen. Foto: Michael Bamberger

Seit dem vergangenen Freitag gilt nachts auf der B 31-Stadtdurchfahrt zwischen Kronenbrücke und Schützenalleetunnel Tempo 30 in beiden Richtungen. Nach einer Eingewöhnungsphase für die Autofahrer will die Stadt das neue Tempolimit auch kontrollieren. Die Anwohner fordern weitere Schritte wie Tempo 30 ganztags. Im Rathaus reagiert man darauf nach wie vor reserviert, will aber die rechtlichen Möglichkeiten ausloten und das Ergebnis im Herbst dem Gemeinderat vorstellen, so der Erste Bürgermeister Otto Neideck.

Die Schilder stehen, Tempo 30 gilt – aber noch rauschen viele Auto- und Brummifahrer im gewohnten Tempo auf der B31 entlang. "Es ist alles wie vorher, viele fahren sogar 80 Sachen", berichtet Kurt Höllwarth, Anwohner an der durch Mauerbau und Verkehrsproblem berühmt gewordenen Dreisamstraße. Höllwarths Behauptung lässt sich belegen mit einem Blick auf die automatische Geschwindigkeitsanzeige, die an der Dreisamstraße steht.

Die Stadt Freiburg will sich nicht Abzocke vorwerfen lassen und darum mit den Kontrollen erst einmal warten, bis sich die Autofahrer auf Tempo 30 nachts auf der vierspurigen B31 eingestellt haben. Feste Blitzer wird die Stadt nicht aufbauen, es soll mit mobilen Anlagen kontrolliert werden, kündigt der Erste Bürgermeister an. Er ist überzeugt: "Wir werden die Überwachung hinkriegen."

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Die Anwohner drängen auf weitere Verbesserungen – und können, wenn es im Stadtparlament zum Schwur kommen sollte, auch auf die Unterstützung von zumindest einem Teil der Gemeinderatsfraktionen zählen. Anwohner Höllwarth sieht nicht nur im Lärm einen rechtlichen Hebel für ein Ausdehnen des Tempolimits auf 24 Stunden, sondern auch in den Erschütterungen, welche vorbeidonnernde Schwerlaster auslösen. Aus dem Rechtsamt der Stadt habe er schon positive Signale vernommen, sagt Höllwarth. Bürgermeister Neideck hält sich da zurück: "Linie des Rathauses ist, dass wir das Augenmaß bewahren sollten." Dennoch: Die Stadt will auch das Thema Erschütterungen prüfen und dem Gemeinderat im Herbst einen Bericht vorlegen.

Bis dahin soll auch eine Analyse des Schwerlastverkehrs vorliegen, der durch Freiburg fährt. Bislang ist nämlich umstritten, wie hoch der transeuropäische Fernverkehr ist, der nur die Autobahnmaut sparen will. Neideck sagt, die Stadt werde alle Fragen beantworten und auch Rücksprache mit dem Regierungspräsidium halten. Dort hat man zu möglichen weiteren B31-Aktionen noch nichts aus dem Rathaus gehört, wie Pressesprecher Matthias Henrich sagt. Es gelte weiterhin: Mehr als das jetzt umgesetzte Tempo 30 zwischen 22 und 6 Uhr hält man beim Regierungspräsidium nicht für machbar.

Anwohner Kurt Höllwarth und seine Mitstreiter lassen sich davon nicht schrecken: Auch bei Tempo 30 nachts habe es ja zuerst geheißen, dass dies niemals durchkommen werde. Und: Neben vielen anderen B31-Anliegern hat auch das Elisabeth-Krankenhaus einen Antrag auf mehr Lärmschutz durch 24-Stunden-Tempolimit gestellt. Der Vorstoß des Hospitals, in dem einst die echten Bobbele zur Welt kamen, könnte spannend werden. Denn für Krankenhäuser gilt verschärfter Lärmschutz von maximal 57 Dezibel tagsüber statt den normal erlaubten 72 Dezibel.

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Autor: Joachim Röderer