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13. Mai 2011
Protest gegen Tränkematten-Pläne
Anwohner des künftigen Baugebiets in Betzenhausen überreichen vor der Sitzung des Bauausschusses mehr als 700 Unterschriften.
BETZENHAUSEN. Der Streit um das Baugebiet Tränkematten in Betzenhausen geht weiter. Zwar hat die Stadtverwaltung die Pläne inzwischen modifiziert, so dass einige Häuser nun niedriger werden sollen als ursprünglich geplant. Das jedoch reicht den Kritikern nicht. Sie überreichten Baubürgermeister Martin Haag am Mittwoch vor der Sitzung des gemeinderätlichen Bauausschusses 722 Unterschriften. Der Ausschuss stimmte dem Konzept dennoch zu – und schmetterte auch einen Änderungsantrag der Unabhängigen Listen ab.
Der Sitzungssaal im Technischen Rathaus platzte aus allen Nähten. Bis an die Türen drängten sich Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils und taten immer wieder lauthals ihren Unmut kund – oder applaudierten euphorisch, sobald jemand ihre Position vertrat. "Nicht nur die direkten Anwohner wehren sich gegen die Pläne, sondern der ganze Stadtteil macht sich Sorgen", betonte Nicolai Bischler, Vorsitzender des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde.Das geplante Baugebiet liegt südwestlich der Ricarda-Huch-Straße am Ortsrand von Betzenhausen. Ende vergangenen Jahres war es in die Schlagzeilen geraten, weil eine Gartenbaufirma auf der Fläche illegal Bäume abgeholzt hatte (die BZ berichtete). Seither läuft ein Bußgeldverfahren, das noch nicht abgeschlossen ist. Die Kritik ging weiter, als im März 2011 die Pläne für die vorgesehene Bebauung öffentlich wurden. Das Gelände gehört der Firma Treubau Freiburg, die auf dem 10 000 Quadratmeter großen Grundstück Wohnhäuser bauen möchte. Angrenzend an die bestehende Bebauung sehen die Pläne Reihenhäuser vor, zur Dreisam hin auch Mehrfamilienhäuser. Vor allem die Höhe der Gebäude stieß jedoch auf wenig Gegenliebe: Bürgerverein und Anwohner argumentierten, dass die neuen Häuser mit den vorgesehenen zwei oder drei Etagen plus zusätzlichem Attikageschoss die Umgebung überragten und damit den dörflichen Charakter des Ortsrands zerstörten. Sorgen bereitete den Kritikern auch der Verkehr: Die schmalen Straßen seien nicht für die zusätzlichen Autos ausgelegt.
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Die Pläne wurden daraufhin noch einmal überarbeitet. Nun sollen alle direkt an die bestehende Bebauung angrenzenden neuen Häuser maximal zwei Stockwerke plus Attikageschoss bekommen – und damit in etwa genauso hoch werden wie der Bestand. Die Mehrfamilienhäuser Richtung Dreisam werden indes mit drei Stockwerken und einem Attikageschoss höher sein. Dies hielten sowohl Baubürgermeister Martin Haag als auch der Leiter des Stadtplanungsamts, Wulf Daseking, für absolut vertretbar. Immerhin sei das Gebiet damit immer noch weniger dicht bebaut, als dies im Flächennutzungsplan eigentlich vorgesehen ist. Auch der zusätzliche Verkehr sei zumutbar.
Anders urteilten die Unabhängigen Listen (UL), die im Vorfeld den Antrag gestellt hatten, das Baugebiet deutlich abzuspecken. "Dadurch verlieren wir zwar ein paar Wohneinheiten, aber gewinnen deutlich an Akzeptanz", sagte UL-Stadtrat Michael Moos. Mehr als 700 Unterschriften seien ein Wort, urteilte SPD-Stadtrat Horst Bergamelli. Auch er plädierte dafür, die Mehrfamilienhäuser niedriger zu bauen. Letztlich stimmte Bergamelli jedoch, genau wie die anderen Ausschussmitglieder des Bauausschusses, gegen den Änderungsantrag der Unabhängigen Listen. Schließlich gebe es im weiteren Bebauungsplanverfahren noch Gelegenheit, die Pläne zu modifizieren, sagte Bergamelli. Der Prozess steht erst ganz am Anfang, die Bauarbeiten auf dem Areal werden frühestens im Frühjahr 2012 beginnen.
Autor: Beate Beule
