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15. November 2017 14:49 Uhr

Dokumentarfilm

Look Beyond: Eine Reisedoku, die Vorurteile abbauen will

Tim Daubach aus Freiburg ist neun Monate lang durch China, Vietnam, Kambodscha, Laos, Myanmar, Malaysia, Indonesien und Indien gereist – und hat eine Dokumentation darüber gedreht. Am Donnerstag zeigt er "Look Beyond" im Kulturaggregat.

  1. Unterwegs in Asien: Tim Daubach Foto: Privat

Freiburg, Anfang 2016. Tim Daubach ist frustriert. Der damals 27-Jährige studiert an der Universität Geographie und Englisch auf Lehramt. Aber will er wirklich Lehrer werden? Er zweifelt. Hinzu kommt eine immer stärkere Abneigung gegen das Umgangsklima im Studium. "Dieses Konkurrenzdenken, dieser Neid – das hat mich traurig gemacht", sagt Daubach. Er will weg, will sich und die Welt neu entdecken. Schließlich kauft er sich ein Ticket nach China – der Beginn einer neunmonatigen Reise.



Tim Daubach ist fasziniert vom Buddhismus und der damit verbundenen Lebensweise, die sich im Alltag vieler Menschen in Ostasien und Südostasien widerspiegelt. Darum ist für ihn schnell klar, dass seine Reise nach Fernost gehen soll. Mit dem Rucksack bereist er nicht nur China, sondern auch Vietnam, Kambodscha und Laos; hinzu kommen Myanmar, Malaysia, Indonesien und Indien. Mal ist er mit dem Fahrrad unterwegs, mal mit dem Zug, mal mietet er sich ein Moped und fährt durch abgelegene Dörfer, in denen vorher kaum ein westlicher Besucher aufgetaucht ist.

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Ein authentischer Film, ganz ohne Skript

"Ich habe jede Gelegenheit genutzt, um von den Touri-Pfaden abzuweichen", sagt Daubach. Er sucht nach authentischen Erlebnissen, möchte mit den Einheimischen ins Gespräch kommen. In Indonesien sprechen ihn Studenten in einer Bar an, laden ihn zu sich nach Hause ein. Am Ende übernachtet er zwölf Tage bei ihnen und besucht gemeinsam mit ihnen ihre Heimatdörfer.

Irgendwann kommt ihm der Gedanke, dass er die Eindrücke seiner Reise festhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen möchte: Er will einen Benefizfilm drehen. Ab sofort filmt er mit seiner Kamera. Er benutzt kein Skript, stellt keine Szenen nach. Der Film soll so authentisch werden wie seine Reise.

"Look Beyond" ("Schau darüber hinaus") heißt die 55-minütige "emotional sehr aufgeladene Reisedokumentation", in der Daubach auch zeigt, was schief läuft. Er beleuchtet unter anderem die Problematik der Palmölproduktion und begleitet in Indonesien Menschen bei ihrer gesundheitsschädlichen Arbeit in einer Schwefelmine. Der Film taucht aber auch ein in den pulsierenden Alltag vieler lebenslustiger Menschen, die er unterwegs getroffen hat. Er erklärt religiöse Bräuche, präsentiert chaotische Märkte und zeigt atemberaubende Landschaften.

Die Einnahmen will Dabach spenden

Den Erlös der Filmvorführungen will Daubach an sieben Hilfsorganisationen spenden. Für einige von ihnen hat er selbst auf seiner Reise gearbeitet. In Myanmar hat er Englischunterricht für Ordensschwestern gegeben und sich um Kranke gekümmert, in Kambodscha arbeitete er in einem Naturschutzprojekt, das sich gegen den Missbrauch von Elefanten als Arbeitstiere einsetzt.

Auch heute noch schwelgt Daubach in Erinnerungen an seine Reise. Sie habe ihn verändert. "Leute, die so wenig haben, waren trotzdem extrem freundlich", erzählt er. Diese Lebenseinstellung habe ihn am meisten beeindruckt. Sein Lehramtsstudium hat er wieder aufgenommen – nun aber mit dem Hintergedanken, womöglich später als Entwicklungshelfer zu arbeiten. Mit seinem Film will er interkulturelles Verständnis schaffen. "Es gibt so viele Missverständnisse und Vorurteile. Ich möchte aufzeigen, dass wir alle Menschen sind."
  • Was: "Look Beyond" – Film von Tim Daubach
  • Wann: Donnerstag, 16. November 2017, 10 und 20.30 Uhr
  • Wo: Kulturaggregat, Hildastraße 5
  • Eintritt: auf Spendenbasis

Autor: Johannes Tran