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Caroline Bingenheimer

Von Caroline Bingenheimer

Mi, 12. Dezember 2018

Freiburg

Die Stadt Freiburg vergibt Preise für ehrenamtliches Engagement / Fünf Bürgerinnen und Bürger sowie fünf gemeinnützige Initiativen ausgezeichnet.

FREIBURG. "Sie machen sich stark für andere und stärken so unsere Zivilgesellschaft." Mit diesen Worten drückt Oberbürgermeister Martin Horn seine Anerkennung aus für alle Menschen, die sich ehrenamtlich fürs Gemeinwohl einsetzen. Rund 400 Aktive aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen sind im Bürgerhaus Seepark zusammengekommen. Dort richtet die Stadt zum 18. Mal eine Festveranstaltung rund ums bürgerschaftliche Engagement aus. Zehn Preise werden verliehen – und so manche Träne der Freude und der Rührung fließt dabei.

In diesem Jahr ist die katholische Hochschule Kooperationspartner der Veranstaltung. Anlässlich des internationalen Tags des ehrenamtlichen Engagements am 5. Dezember werden die Preisträger ausgezeichnet. Bürgerschaftliches Engagement verdiene Anerkennung, betont Rathauschef Martin Horn. Freiburg sei eine Stadt des Mitmachens und Gestaltens – und zwar vor allem dank der vielen Ehrenamtlichen. Eine fachkundige Jury unter Leitung von Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach hat aus 24 Vorschlägen jeweils vier Einzelpersonen und vier Initiativen ausgewählt. Sie teilen sich ein Preisgeld von 5000 Euro. Hinzu kommen zwei Preise anderer Institutionen.

Gabriele Fabri hat feuchte Augen, als sie für ihr Engagement ausgezeichnet wird. Schon seit 1992 setzt sie sich für Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen ein. Als Inklusionsbegleiterin ist sie mehrmals die Woche mit Senioren und Menschen mit Behinderung unterwegs. Fabri ist selbst körperlich eingeschränkt und will aus ihrer eigenen Lebenserfahrung heraus andere unterstützen.
Konrad Reich ist seit Jahrzehnten in der Stadtteilarbeit in Hochdorf aktiv. Ob als Schriftführer der Chorvereinigung, beim jährlichen Waldhock oder bei Renovierungsarbeiten in der örtlichen Kirchenbibliothek – überall ist er zu finden.

Karl-Heinz Winkler wird für sein soziales Engagement in der Begegnungsstätte der Seniorenwohnanlage Kreuzsteinäcker in Littenweiler geehrt. Jeden Mittwoch teilt der 82-Jährige dort Essen aus. Zudem ist er aktives Mitglied des Freundeskreises Altenhilfe in Freiburg.

Hanna Wagener gilt als eine Art ehrenamtliche Netzwerkerin in der Region. Die Musiktherapeutin hat sowohl den Verein "Räume für Kunst und Therapie" sowie die "Außenstationäre Krisenbegleitung Freiburg" mitgegründet. Als langjährige Mitarbeiterin des Zentrums für Psychiatrie in Emmendingen verknüpft sie verschiedene Einrichtungen miteinander.
Das Kernteam des Zeltlagers Haslach-Rieselfeld-Weingarten bekommt den Preis für sein beispielhaftes Engagement im Jugendbereich. Stellvertretend für rund 45 Ehrenamtliche, die jeden Sommer rund 150 Kinder und Jugendliche betreuen, nimmt das Kernteam den Preis entgegen.

Bildung für alle bietet seit 2015 kostenlose Deutschkurse für Geflüchtete und Migranten an. Rund 240 Menschen werden zurzeit in elf Klassen unterrichtet. Außer Sprachkursen bietet der Verein mittlerweile auch eine Kinderbetreuung an, um vor allem Frauen als Teilnehmerinnen zu gewinnen.

Soziale Ziele und den Umweltgedanken vereint das Reparaturcafé. Zweimal im Monat treffen sich dabei rund zehn Ehrenamtliche, um gemeinsam Geräte vor der Verschrottung zu bewahren. Außerdem werden auch kaputte Hemden oder Hosen geflickt und dazu Kaffee und Kuchen serviert.

Der Kulturwunsch Freiburg hat sich zur Aufgabe gemacht, auch Menschen mit einem geringen Einkommen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Die drei Frauen, die hinter der Initiative stehen, haben im vergangenen Jahr mehr als 3800 Eintrittskarten vermitteln können. Der Verein bekommt dafür Rest-Tickets kostenlos zur Verfügung gestellt.

Zusätzlichen zu den städtischen Preisen werden zwei weitere Auszeichnungen verliehen. Die Telefonseelsorge Freiburg, die an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden erreichbar ist, erhält den AOK-Preis für präventives gesundheitliches Engagement. Der Wilhelm-Oberle-Preis für soziales Engagement geht an Beate Hauser, die seit 2011 die Außenstelle des Weißen Rings in Freiburg leitet, der Opfer von Straftaten unterstützt.