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30. September 2016 08:47 Uhr

Verhandlungen

Rheintalbahn: Mehr Lärmschutz für Freiburg

Durchbruch bei den Verhandlungen in Sachen Rheintalbahn: Am Tunisee, am Mundenhof und bei Lehen will die Bahn beim Lärmschutz nachbessern. Auch eine Brücke soll bleiben dürfen.

  1. Endlosprojekt Rheintalbahn: Auf dem geplanten dritten und vierten Gleis sollen ab 2031 die Züge rollen. Foto: Hans-Peter Ziesmer

2012 schien alles klar. Damals hatten sich Vertreter aus der Region mit der Bahn auf besseren Lärmschutz für das geplante dritte und vierte Gleis der Rheintalbahn geeinigt. 2015 dann der Schock: Die Bahn wollte den Lärmschutz um ein Drittel zurückfahren. Seither wurde zäh verhandelt – jetzt scheint der Durchbruch da. Er bedeutet zum Teil deutliche Verbesserungen für Anwohner. Zudem muss die Brücke beim Zubringer-Nord doch nicht für die neue Trasse abgerissen werden.

Erstmals wurden exakte Berechnungen erstellt

Ganz in trockenen Tüchern sind die gefundenen Lösungen noch nicht – aber es gebe jetzt ein konkretes Konzept für den Schallschutz, erklärt Wilderich Kalthoff vom städtischen Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS), bei dem in der Stadtverwaltung die Fäden für das Mammutprojekt zusammen laufen: "Das ist für uns ein großer Schritt." Denn erstmalig seien, mit Hilfe eines externen Gutachters, exakte Berechnungen erstellt worden, was an Lärm auf die betroffenen Anwohner zukommt. Alle früheren Angaben hätten auf Schätzungen beruht, erklärt Kalthoff.

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Politik, Deutsche Bahn AG und Bürgerinitiativen waren sich zuletzt nicht mehr einig darüber, was die 2012 getroffene Vereinbarung im Detail bedeutet. "Der Beschluss war sehr interpretationsfähig", sagt APS-Leiter Robert Staible. Im vergangenen Jahr hatte die Bahn alle Beteiligten aus der Region in Aufruhr versetzt. Sie wollte plötzlich den Schallschutz um rund ein Drittel zurückfahren. Deshalb begannen die Verhandlungen zwischen der Bahn, der Stadt Freiburg, dem Regierungspräsidium, dem Regionalverband und der Bürgerinitiativen von neuem – und sie waren "unglaublich schwierig", sagt Staible.

Die jetzt ausgehandelten Lösungen bedeuten für Freiburg zum Teil nochmal deutliche Verbesserungen. Im Bereich des Tunisees sei beispielsweise eine rund 500 Meter lange Galerie vorgesehen, sagt Kalthoff – ein sieben Meter hohes Bauwerk, das sich oben auf einer Breite von drei Metern halbkreisförmig schließt.

Brücke beim Zubringer-Nord bleibt stehen

Dadurch werde das Naherholungsgebiet viel besser durch Lärm geschützt als ursprünglich geplant. Gleiches gilt für das Tiergehege am Mundenhof. Eine – wenn auch nur 50 Meter lange – Galerie soll es auch beim Ortsteil Lehen geben, links und rechts umgeben von einer sechs Meter hohen Lärmschutzwand. Veränderungen werde es auch bei der Trassenführung geben, so Kalthoff. Die Brücke über die Autobahn beim Zubringer-Nord hätte eigentlich abgerissen und drei Meter höher wieder aufgebaut werden sollen, was für Autofahrer während der Bauzeit zu starken Einschränkungen geführt hätte. Nun werden das dritte und vierte Gleis unter der Brücke hindurch geführt. Möglich geworden sei dies durch eine Ausnahmegenehmigung, sagt Kalthoff.

Ganz im Detail will er die jetzt ausgehandelten Lösungen noch nicht offenlegen. Denn es könnten sich durchaus noch Änderungen ergeben. Das Konzept werde nun auf Herz und Nieren geprüft. Alle Unklarheiten sollen bis Anfang 2017 ausgeräumt sein. Dann soll die erste Phase der Bürgerbeteiligung beginnen. Der Baubeginn ist im Moment für 2024/25 angepeilt, die Inbetriebnahme der Strecke für 2031. Für den verbesserten Lärmschutz sollen im Raum Freiburg 84 Millionen Euro zusätzlich investiert werden.

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Autor: Jelka Louisa Beule