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31. Mai 2016

Mit Unterstützung des Wiwili-Vereins

Rita Blandón aus Wiwili wurde erfolgreich am Herz operiert

Die 17-jährige Rita Blandón aus Nicaragua wurde mit Unterstützung des Wiwilí-Vereins in der Freiburger Uni-Klinik am Herz operiert.

  1. Vor der Entlassung in der Uni-Kinderklinik: Rita Blandón und der Arzt Klaus Zimmermann Foto: Thomas Kunz

Rita Blandón kann wieder lächeln: Zwar sieht man der schmächtigen 17-Jährigen an, dass sie schwere Zeiten hinter sich hat – aber ihre Augen leuchten voll Lebensfreude. Die junge Frau aus dem nicaraguanischen Wiwilí ist Anfang Mai in der Uni-Kinderklinik operiert worden, seit ihrer Geburt hat sie an einem schweren Herzfehler gelitten. "Ohne die Operation hätte Ritas Lebenserwartung vielleicht bei 25 Jahren gelegen", sagt der Arzt Klaus Zimmermann.

Der 67-jährige Arzt im Ruhestand hat Rita im vergangenen Jahr begleitet – von den Vorbereitungen in Nicaragua über die Reise nach Freiburg bis hin zum Krankenhausaufenthalt. Zimmermann ist im Freiburger Verein "Städtepartnerschaft Wiwilí-Freiburg" engagiert, der sich seit 1984 für die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Wiwilí einsetzt.

Klaus Zimmermann hat eine sehr persönliche Beziehung zu Nicaragua: Der Freiburger Arzt Albrecht "Tonio" Pflaum, der Anfang der 1980er Jahre beim Aufbau einer medizinischen Versorgung in Wiwilí beteiligt gewesen und 1983 von Söldnern der "Contra" ermordet worden war, war ein Studienkollege von Zimmermann. Die eigene Betroffenheit motiviere ihn auch jetzt noch zum Engagement, so der Freiburger Mediziner: Neben der Arbeit für den Wiwilí-Verein ist Klaus Zimmermann immer wieder mit den "German Doctors" bei Projekten im Ausland unterwegs. "Ich bin ein Abenteurer", sagt Zimmermann von sich. Da seine Ehefrau Beatrice ebenfalls Ärztin ist, habe sie Verständnis für sein Engagement: "Wir tauschen uns da schon sehr viel aus."

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Um Ritas OP zu ermöglichen, mussten Zimmermann und weitere Mitglieder des Wiwilí-Vereins viel vorbereiten. Rund ein Jahr hat es gedauert, ehe Klaus Zimmermann am 22. April Rita und ihre Mutter Amada del Carmen Benavides in Freiburg am Bahnhof abholen konnte. Die Operation am offenen Herzen, bei der unter anderem eine künstliche Herzklappe eingesetzt wurde, verlief zunächst gut. Klaus Zimmermann hat als aufmerksamer Beobachter alles verfolgt. Doch dann kam es zu schweren Komplikationen: Es gab Nachblutungen und sieben Tage lang lag Rita im künstlichen Koma auf der Intensivstation. Schließlich stabilisierte sich ihr Zustand nach und nach. Inzwischen geht es ihr den Umständen entsprechend gut, vergangenen Freitag konnte sie aus der Kinderklinik entlassen werden. Auch Klaus Zimmermann hat mit Rita gebangt – und freut sich nun umso mehr: "Das ist eine kleine Erfolgsgeschichte."

Die Finanzierung von Anreise, Operation und Krankenausaufenthalt hat der Freiburger Verein "Kinderherzen retten" zusammen mit der Uniklinik ermöglicht. Spenden kamen auch von Mitgliedern des Wiwilí-Vereins und aus der nicaraguanischen Stadt. Genau kann Klaus Zimmermann die Kosten nicht beziffern, "aber sie liegen sicherlich im fünfstelligen Bereich".

Bis die junge Frau und ihre Mutter am 13. Juni wieder zurück nach Wiwilí fliegen, leben sie bei einem Freund aus dem Verein. Auch Klaus Zimmermann wird sich regelmäßig mit ihnen treffen. Seit der Operation hatte Ritas Mutter bei ihm und seiner Frau gewohnt. Für die 17-jährige Rita ist Zimmermann ihr "Papa Klaus". Natürlich möchte Rita in der verbleibenden Zeit in Freiburg noch einiges unternehmen. Klaus Zimmermann hat darauf aber ein wachsames Auge: "Ich bin permanent am Bremsen. Rita braucht noch viel Erholung", mahnt er. Der Arzt im (Un-)Ruhestand stellt für Rita eine gute Prognose: "Sie hat nun eine viel höhere Lebenserwartung." Die junge Frau sei "sehr ehrgeizig, klug und clever". Ihr Berufswunsch steht auch schon fest: Sie will selbst Ärztin werden – ganz nach dem Vorbild von "Papa Klaus".

Autor: Bettina Gröber