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19. Februar 2009
SAGEN SIE MAL . . .: "Dann falle ich eine halbe Stunde in Tiefschlaf"
BZ-FRAGEBOGEN, heute ausgefüllt von Werner Höfflin (77), der seit 50 Jahren einen Münstermarktstand betreibt
INNENSTADT/EICHSTETTEN (tj). Seit mehr als 50 Jahren ist der Eichstetter Landwirt Herbert Höfflin regelmäßig auf dem Münstermarkt vertreten. Dafür bekam der mittlerweile 77-Jährige – so wie etliche andere Marktjubilare – eine Urkunde der "Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH" (FWTM). Höfflin, der wie seine Ehefrau Frieda sein ganzes Leben lang in Eichstetten wohnte, bewirtschaftet noch einen Teil seines früheren Hofes mit Reben, Obst und Gemüse. Das Ehepaar hat vier Kinder und fünf Enkel.
50 Jahre Münstermarkt – was war die größte Veränderung?Für mich die Anfahrt. Am Anfang habe ich meine Waren am Vorabend auf den Hänger eines Kollegen geladen und bin dann am Morgen mit dem Linienbus nach Freiburg gefahren. Jetzt habe ich längst meinen eigenen Verkaufshänger, den ich mit dem Opel ziehe.
An Markttagen müssen Sie um 4 Uhr morgens aufstehen. Verfluchen Sie das nicht manchmal?
Wenn’s im Winter richtig ekliges Wetter hat, würde ich lieber liegenbleiben. Aber wenn ich erstmal im Auto sitze, ist das vergessen. Um 4 Uhr ist die Nacht auch noch nicht ganz für mich vorbei. Wenn ich in Freiburg aufgebaut habe, lege ich mich noch mal ins Auto. Dann falle ich eine halbe Stunde in Tiefschlaf.
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Hand aufs Herz: Kaufen Sie manchmal auch Obst und Gemüse abgepackt beim Discounter?
Nie. Wenn wir etwas nicht selbst haben, kaufe ich aber schon mal bei Kollegen zu.
Was wollten Sie als Kind werden?
Bäcker. In den Backstuben war’s immer so schön warm.
Was ist Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Schon der Münsterplatz. Da schaue ich immer vorbei, auch wenn wir unabhängig vom Markt mal in der Stadt sind.
Ihr Lieblingsessen?
Ein Sauerbraten mit selbst gemachten Nudeln ist schon was Feines.
Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Das Ratsstüble an der Universitätsstraße.
Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Das war eindeutig das Singen.
Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Sonntag vor einer Woche.
Worüber können Sie herzhaft lachen?
Meine ehemaligen Sangesbrüder treffe ich alle zwei Wochen zum Stammtisch. Da geht es oft lustig zu.
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Freizeit haben wir wenig. Aber ich bin beruflich viel draußen in der Natur. Andere müssen das in der Freizeit machen.
Wann waren Sie das letzte Mal im Kino?
Das ist so lange her, das weiß ich gar nicht mehr.
Welche Musik hören Sie gerne?
Männerchöre.
Wovor haben Sie Angst?
Vor einem Ende mit Schmerzen.
Welche Eigenart hätten Sie lieber nicht?
Namen kann ich mir nicht so gut merken. Es wäre gut, wenn ich mehr Kunden mit Namen ansprechen könnte. Aber es hat bisher auch so geklappt.
Welche Eigenschaften schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Verlässlichkeit und Ehrlichkeit.
Was bringt Sie auf die Palme?
Wenn mich jemand übervorteilen will.
Wo machen Sie gerne Urlaub?
Unser längster Urlaub waren mal acht Tage auf den Kanaren. Sonst machen wir eher Tages- und Wochenendausflüge mit dem Bus.
Wo würden Sie gerne leben?
Wenn der Winter kommt, würde ich gerne irgendwohin, wo’s warm ist.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne einmal lesen?
Dass es endlich aufhört mit den Selbstmordattentaten im Nahen Osten.
Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Wir haben genug, dass wir anständig leben können. Mit viel mehr gäbe es nur Probleme.
Was werden Sie in zehn Jahren machen?
Dann bin ich 87. Wenn ich dann noch auf den Markt gehen könnte, wäre das schon toll. Dann wäre ich nämlich gesund.
Bitte vervollständigen Sie: Wenn ich Oberbürgermeister von Freiburg wäre...
Der Dieter Salomon hat ja einen schweren Stand – mit den Debatten um die städtischen Wohnungen und so. Mit dem wollte ich ganz bestimmt nicht tauschen.
Autor: tj
