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01. Oktober 2009

SAGEN SIE MAL ...: "Es fehlt ein Liegeplatz mit Motorboot am Rhein"

BZ-Fragebogen, heute ausgefüllt von Reiner Marquard (60), Rektor der Evangelischen Hochschule Freiburg

  1. Reiner Marquard Foto: Schneider

HERDERN (cfr). Seine Biographie ist ungewöhnlich: Reiner Marquard, der heute als Rektor der Evangelischen Hochschule Freiburg seinen 60. Geburtstag feiert, hat als Mitarbeiter der Kirche in ganz verschiedenen Richtungen gearbeitet, war Pfarrer, Dekan und nun Rektor. Der gebürtige Frankfurter hat in Bethel, Heidelberg, Göttingen und Basel Evangelische Theologie studiert. Marquard lebt in Herdern, er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Sie erforschen das Kunstschaffen des Renaissancemalers Mathias Grünewald und haben in diesen Tagen ein neues Buch veröffentlicht ("Mathias Grünewald und die Reformation"). Wie sind Sie auf den gekommen?
Nach meinem Studium war ich Assistent am Karl-Barth-Archiv in Basel. Dort habe ich über dem Schreibtisch von Karl Barth die Kreuzigungsszene des "Isenheimer Altars" von Grünewald gesehen und mich gefragt, was das wohl für Barths Theologie bedeutet hat. So bin ich bei Grünewald gelandet und auch geblieben.

Macht es mehr Spaß, Rektor einer "Evangelischen Hochschule" statt einer "Evangelischen Fachhochschule" zu sein? Oder hätte man sich die Namensänderung auch schenken können?

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Nein, das hätte man nicht. Die Umbenennung ist wichtig, weil durch die Bologna-Reform (Erneuerung der Hochschuldbildung, Anm. d. Red.) das binäre Hochschulsystem mit Fachhochschule und Uni nicht länger zu halten sein wird. Wir machen nicht das Gleiche, aber Vergleichbares. Mit der Namensänderung sind wir Vorreiter einer neuen Bewegung innerhalb der Fachhochschulen.

Was wollten Sie als Kind werden?
Die unglückseligen amerikanischen Fernsehfilme der 60er Jahre ließen als Berufswunsch nur den des Cowboys zu.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Dicht beim Antiquariat unter den Arkaden des Historischen Kaufhauses.

Ihr Lieblingsessen?
Momentan Pfifferlinge mit Knöpfle und Preiselbeeren.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Das "Colombi".

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Evangelische Religion.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Am Lambertusfest im Münster.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Situationskomik.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Ich wandere gern im Elsass.

Welche Eigenart hätten Sie lieber nicht?
Sie sind mir alle lieb und wert – auch die schlechten. Ansonsten wäre ich ja nicht zum Aushalten.
Was lesen Sie gerade?
Ich lese immer wieder darin: "Gedichte fürs Gedächtnis" von Ulla Hahn.

Welche Musik hören Sie gerne?
Mozart und SWR 1.

Wovor haben Sie Angst?
Vor der Angst vor der Angst.

Haben Sie ein Vorbild?
Menschen, die unaufgeregt und klar in aller Bescheidenheit das ihre tun.

Was ist Ihnen peinlich?
Der allgemeine Mangel an Zivilcourage.

Was bringt Sie auf die Palme?
Wenn man durch zu heftigen Sog und Wellenschlag andere Lebensschiffe in Gefahr bringt.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
In der Bretagne oder an einem der oberitalienischen Seen.

Ihr größter Erfolg?
Als meine Frau und ich uns während des Studiums in Heidelberg kennengelernt haben.

Was fehlt zum vollkommenen Glück?
Zum un(!)vollkommenen Glück fehlt mir ein Liegeplatz samt Motorboot am Rhein.

Ihre Traum-Schlagzeile?
"Staat investiert vorrangig und nachhaltig in Bildung."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Ich würde das Familiencafé der Evangelischen Ludwigsgemeinde in Zähringen, das Haus des Lebens in der Immentalstraße und BvB-Projekte – also berufsvorbereitende Maßnahmen – in St. Elisabeth unterstützen. Vom Rest würde ich mir beim Wetzstein ein gutes Buch kaufen.

Bitte vervollständigen Sie: Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich ...
... weiterhin zusammen mit dem Sozialbürgermeister mit Stolz auf die Evangelische Hochschule blicken und dankbar sein, dass die Evangelische Landeskirche in Baden sich mit dem Plan eines respektablen Erweiterungsbaus zu unserem Stadtteil Weingarten bekennt.

Autor: cfr