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02. Juli 2009
SAGEN SIE MAL . . .: "Mehr als der Schutz von Pflanzen und Tieren"
BZ-FRAGEBOGEN, heute ausgefüllt von Rainer Wossidlo (52), Naturschutzbeauftragter der Stadt Freiburg
INNENSTADT. Fünfzehn Jahre lang hat Rainer Wossidlo, Förster bei der Landesverwaltung, als einer von drei Naturschutzbeauftragten ehrenamtlich für die Stadt Freiburg gearbeitet. Ende August hört der 52-Jährige, der in Remscheidt geboren wurde und 1980 zum Studium nach Freiburg kam, damit auf, um "Platz zu machen für frische Gedanken". Wossidlo lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Wittnau.
Schützt man die Natur heute anders als früher?Durchaus. Der klassische Naturschutz stammt ja aus der Romantik, und auch die ersten Schutzgebiete entstammen eher romantischen Ideen. Heute aber geht es um mehr als den Schutz von Pflanzen und Tieren. Gründächer und Wasserrückhaltung zum Beispiel sind neue Themen. Es geht vielmehr um eine Art Prozessschutz, wir sagen und zeigen den Menschen: Sägt nicht an dem Ast, auf dem ihr sitzt. Der moderne Naturschutz muss die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen berücksichtigen. Und das nicht dogmatisch im Sinne von Verboten, sondern eher bewahrend und ausgleichend.
Was wollten Sie als Kind werden?
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Was ist Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Der Kybfelsen, ein sehr mystischer Platz.
Ihr Lieblingsessen?
Indisches Curry und Leberle mit Brägele.
Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Die Eisdiele Mariotti.
Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Physik und Biologie.
Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Vor etwa vier Wochen im Kölner Dom.
Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über gutes, politisch hintergründiges Kabarett.
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Wandern, radfahren, skifahren, segeln – ich bin ein Mensch mit unheimlichem Bewegungsdrang.
Was lesen Sie gerade?
"Gomorrha" von Roberto Saviano und "Der keltische Ring" von Björn Larsson.
Wann waren Sie das letzte Mal im Kino?
Vor einigen Wochen in "Gran Torino".
Welche Musik hören Sie gerne?
Alles Moderne mit Gitarre, Richtung Nouveau Flamenco. Und in der Klassik die Opera buffa.
Wovor haben Sie Angst?
Wirklich Angst habe ich keine. Sorge jedoch bereitet mir die zunehmende Fremdbestimmung in vielen Bereichen des Lebens.
Haben Sie ein Vorbild?
Nein. Aber ich finde, dass Alexander von Humboldt zum Beispiel ein sehr beeindruckender Mensch war.
Welche Eigenart hätten Sie lieber nicht?
Ich bin unpünktlich und erledige viele Dinge auf den letzten Drücker.
Welche Eigenschaften schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Ich schätze Menschen, die tolerant und ehrlich sind, Rückgrat haben und zu ihrer Meinung stehen.
Was bringt Sie auf die Palme?
Menschen, die nicht selbst Verantwortung übernehmen, sondern die Schuld immer bei anderen suchen.
Wo machen Sie gerne Urlaub?
In den Bergen und am Meer. Sehr gerne auch im französischen Roussillon.
Was war das beeindruckendste Erlebnis in Ihrem Leben?
Da gibt es einige. Eines hatte ich, als ich als Schüler nachts aufgestanden bin, um die Mondlandung anzuschauen.
Was fehlt zum vollkommenen Glück?
Das gibt es aus meiner Sicht nicht. Aber ich arbeite daran, immer mehr und öfter mit mir zufrieden zu sein.
Ihre Traum-Schlagzeile?
"Es gibt keine Kriege mehr auf der Welt."
Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Versuchen, mir die Freiheit zu nehmen, weniger arbeiten zu müssen, um mehr Zeit für mich zu haben. Außerdem würde ich Geld in soziale Belange investieren. Ich kenne viele Leute, die ich unterstützen würde.
Was werden Sie in zehn Jahren machen?
Das Gleiche wie heute.
Bitte vervollständigen Sie: Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich …
...kein Kommentar.
Autor: cfr
