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12. Oktober 2009 13:46 Uhr

Schäden am Sandstein

Sanierung des Freiburger Münsterturms verzögert sich

Das Freiburger Wahrzeichen bleibt zwei Jahre länger hinter Gittern als geplant. Der Grund: Die Schäden am Münster sind schlimmer als erwartet. Hinzu kommt: Die Spenden sind eingebrochen.

  1. Die Sanierung des Turmhelms ist schwieriger als gedacht: Die Arbeiten werden mindestens bis 2013 dauern. Foto: Privat

Münsterbaumeisterin Yvonne Faller hat am Montagmorgen bei der Vorstellung des Münsterkalenders 2010 über den aktuellen Sachstand der Arbeiten an der Turmbaustelle berichtet. "Wir sind auf Probleme gestoßen, die man eben erst dann sieht, wenn man am Turm arbeitet", so Faller. Erst ein Drittel der Arbeiten der im Jahr 2006 begonnenen Sanierung des Turmhelms sei abgeschlossen.Ursprünglich hatte man das Ende der Arbeiten auf 2010 kalkuliert. Im Lauf der Zeit hatte man die Fertigstellung zunächst um ein Jahr verschoben. Jetzt heißt es, dass die Sanierung erst 2013 abgeschlossen sein wird.

Risse in tragendem Strebstein

Aktuelle Schwierigkeit: Beim Ausbau eines tragenden Strebensteins vor wenigen Tagen seien Risse festgestellt worden. "Wir wissen nicht, woher diese stammen – von einem einmaligen Ereignis wie einem Erdbeben oder von rostigen Ringankern, die sich ausgedehnt haben". Weil sich diese Steine an einer brisanten statische Stelle befinden, müsse erst die Ursachen der Schäden geklärt werden, bevor weitersaniert werde.

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Die Restauratoren und Steinmetze am Turm plagen sich auch mit den Folgen der vorhergehenden Turmhelmsanierungen aus den 1920er- und 1960er-Jahren. "Wir müssen sehr viel rückbauen", berichtet die Münsterbaumeisterin. In den 20er-Jahren war poröser Sandstein eingesetzt worden, der weit schneller verwittert als der mittelalterliche Originalstein. Und bei der Sanierung vor 50 Jahren wurde moderner Zementmörtel eingesetzt, den man als härter und damit besser erachtete als mittelalterlichen Kalkmörtel. Nur: Der Zementmörtel lässt das Wasser nicht abfließen, das dann wiederum die mittelalterlichen Ringanker, die den Turm zusammen halten, rosten ließ.

Die Arbeiten werden teurer

Die Sanierung wird nicht nur länger, sondern auch teurer. In der ursprünglichen Planung waren für das Großprojekt Gesamtkosten von gut vier Millionen Euro veranschlagt. 2,5 Millionen sollten über Spenden aufgebracht werden. Im vergangenen Jahr war erst die Hälfte dieses Betrages aufgebracht. Doch die Spendenbereitschaft für das Langzeitprojekt ist eingebrochen: Konnte der Münsterbauverein in den Jahren 2007 und 2008 jeweils rund 550.000 Euro an Spenden verbuchen, waren es in diesem Jahr bis zum August nur 124.000 Euro.

DER KALENDER
Die Schönheit des 700 Jahren Kathedrale und ihres Turms zeigt der vom Photodesigner Achim Kaeflin fotografierte "Münsterkalender 2010", der in einem neuen Format erscheint. Das von der Eugen-Martin-Stiftung unterstützte Werk zeige bislang noch nie möglich gewordene Perspektiven, meinte Sven von Ungern-Sternberg, der Vorsitzende des Münsterbauvereins.So konnte Kaeflein die kunstvollen Münsterfenster vom Gerüst, das derzeit im Inneren des Münster steht, aufnehmen.

Der Kalender ist im Buchhandel, im Münsterladen c-Punkt und beim Münsterbauverein erhältlich. Er kostet 19,80 Euro, 6 Euro davon fließen an den Münsterbauverein.

Autor: rö