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14. Januar 2010
Sanierungssahnehäubchen
Gut eine Million Euro gibt der Bund, um das Projekt Weingarten-West wissenschaftlich zu begleiten
Ein Sahnehäubchen für die Sanierung von Weingarten-West: Gut eine Million Euro gibt der Bund aus dem Programm "Energieeffiziente Stadt". Damit soll das Millionenprojekt vor allem wissenschaftlich begleitet werden – und zum Vorbild für künftige Vorhaben werden.
Die Sanierung von Weingarten-West ist das ehrgeizigste Projekt in Sachen energetische Standards in der Stadt. Die Freiburger Stadtbau (FSB), der die meisten Wohnungen im Quartier gehören, will über 40 Jahre alte Häuser auf Neubau- oder Passivhausniveau bringen. Herausragendes Beispiel: Die Bugginger Straße 50 soll Ende 2010 das erste Passiv-Hochhaus der Republik sein. Bund, Land und Stadt fördern das Projekt, das 114 Millionen kosten und spätestens 2020 fertig sein soll. Jetzt kommt neues Geld hinzu."Das ist im Wesentlichen für die Zukunft da", sagte gestern OB Dieter Salomon. Das gilt gleich doppelt. Denn man will damit bei den künftigen Sanierungsabschnitten Erkenntnisse gewinnen, die nach Salomons Erwartung auch jenseits des Quartiers angewandt werden. Der FSB-Aufsichtsratschef wertet die Förderung durch den Bund als Anerkennung der Bemühungen. Das Besondere: Es geht nicht um einzelne Gebäude, sondern um das ganze Quartier, erklärte Manfred Börsig von der FSB. "Es soll auch Vorbild sein für andere Stadtteile, andere Städte."
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Knapp 985 000 Euro werden in den nächsten vier Jahren aus dem Topf des Wirtschaftsministeriums abgesahnt für die wissenschaftliche Begleitung und die Erprobung neuer Dämmtechniken. Beides übernimmt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE – laut Salomon "eine der besten Adressen in diesem Sektor". Forschungsobjekt sind auch die Mieter. Untersucht werden soll etwa, wie sich Energiesparer im Vergleich zu "normalen" Bewohnern verhalten.
122 000 Euro gibt es für die Badenova-Tochter "Wärmeplus", deren Blockheizkraftwerk das Quartier mit Energie versorgt. Der Verbrauch wird in Weingarten-West durch die Sanierung sinken. Ziel sind 30 Prozent, sagte Sebastian Herkel vom ISE. Dies soll auch die Auswirkung auf Kraftwerk und CO-Emission analysieren. Wärmeplus interessiert auch, wie sich die Anlage künftig rentieren kann.
Mit der Forschung wird Weingarten-West zum Vorzeige-Modell für die energetischen Standards, die der Gemeinderat beschlossen hat, sagte Salomon. Danach sollen, wo immer die Stadt Einfluss nehmen kann, Neubauten in Passivbauweise entstehen. Doch das eigentliche CO- Sparpotenzial steckt in Freiburg im Altbaubestand, erklärte FSB-Chef Ralf Klausmann. Denn dieser ist ungleich größer, pflichtete Salomon bei: "Wir als Stadt wollen da Vorbild sein."
Autor: Simone Höhl
