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10. Februar 2012
Saubere Sache zum Schluss
FASNETLEXIKON (75): Am Aschermittwoch waschen die Narren ihren leeren Geldbeutel.
FREIBURG. Während in vielen Narrenorten mit dem Verbrennen einer Strohpuppe (in Freiburg "Ignaz Fasnet" genannt) das fasnächtliche Treiben um Mitternacht am Fasnetzischdig (Dienstag) ein Ende hat, kann man an einigen Orten erleben, dass sich am Aschermittwochmorgen, meist gegen 11 Uhr, ein mit Zylindern und Gehröcken bekleideter Trauerzug durch die Straßen und Gassen bewegt. Er ist auf dem Weg zur Geldbeutelwäsche.
Die Geldbeutelwäscher tragen weinend und wehklagend ihre leere lederne Geldbörse vor sich her, meist an einer Angelschnur. An einem zentralen Brunnen, in Freiburg im Bächle am Rathausplatz, werden mit gereimten Trauersprüchen die Beutel gewaschen und an einer Leine zum Trocknen aufgehängt. Es handelt sich hierbei um einen Abschiedsbrauch, der für das Vergängliche steht und gleichzeitig ein Nachruf auf die närrischen Tage ist.Der Narr hofft dabei, dass sich durch die Reinigung wieder neue Moneten in seinem Geldbeutel ansiedeln. Ein altes Narrenlied von der Baar kommentiert dazu: "Hansele, Du Lumpehund, hesch it gwisst, dass Fasnet kunnt, hätsch der s’Muul mit Wasser griebe, wär der s’Geld im Beutel bliebe!".
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Seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist dieses Schauspiel in Wolfach im Kinzigtal belegt. Man findet hierzu in einer Erzählung von Pfarrer Heinrich Hansjakob einen Hinweis. Noch älter ist der Brauch in München belegt, dort soll bereits 1426 der damalige Stadtschultes seinen leeren Beutel gewaschen haben. Noch heute wird diese Zeremonie vom jeweiligen Münchner Oberbürgermeister zusammen mit dem Stadtkämmerer, seit 1950 am Fischbrunnen auf dem Marienplatz, abgehalten. Selbst am Narrenbrunnen in Mainz findet man eine Narrenfigur, die die Geldbörse reinigt.
In Freiburg ist es die Zunft der Fuhrleute, die seit ihrer Gründung vor dem Zweiten Weltkrieg (damals noch als "Unterlindemer Nachtwächter") dieses närrische Brimborium durchführt.
Autor: Hans Sigmund
