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04. Juni 2013 17:05 Uhr

1000 Thüringer

SC Freiburg gewinnt "Pech-Bratwurst des Jahres"

Das Deutsche Bratwurstmuseum verleiht die skurrilste Fußball-Auszeichnung. Gekürt wird der Club, der in der Saison am meisten Pech hatte. Das ist in diesem Jahr der SC Freiburg – der 1000 Thüringer gewinnt.

  1. Ein original Thüringer Rostbratwurst im Brötchen. 1000 Stück davon kommen nun als Preis für den SC nach Freiburg. Foto: Martin Schutt

Am letzten Spieltag, das weiß jeder SC-Fan, ging es beim Spiel gegen Schalke 04 um die Champions League – und damit um die Wurst. Das Kuriose ist: Das Spiel hat der Sportclub zwar mit 1:2 verloren, die Wurst jedoch trotzdem gewonnen und zwar gleich tausendfach. Ausgerechnet das sehr unglückliche Eigentor von Kapitän Julian Schuster sicherte dem SC Freiburg Platz eins in der Pech-Tabelle und damit die "Pech-Bratwurst des Jahres".

Der Preis wird vom Deutschen Bratwurstmuseum in der, wie es heißt, "Bratwurstmetropole Holzhausen" in Thüringen verliehen. "Es ist ein Pokal, den der FC Bayern München noch nicht in seiner Sammlung hat", sagt Uwe Keith vom Vorstand der Freunde der Thüringer Bratwurst, die das weltweit einzige Bratwurstmuseum betreiben. Gewertet werden für die Pech-Liga werden Aluminiumtreffer (von denen hatte der SC stolze 16), Gegentreffer in der Nachspielzeit (2) und eben Eigentore (2). Auf Platz 2 hinter dem SC landete Borussia Mönchengladbach, Dritter wurde Werder Bremen. Als Letzte der Thüringer-Tabelle rangieren Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund, die demnach das wenigste Pech hatten.

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Hertha war der erste Pechbratwurst-Titelträger

In Thüringen freut man sich, dass mit dem SC Freiburg ein Verein gewonnen hat, der gerade trotz zahlreichen Aluminiumtreffern und sonstigem Unbill eine erfolgreiche Saison gespielt hat: "Starke Leistung", sagt Bratwurstboss Keith. Der erste Pech-Bratwurst-Titelträger überhaupt wurde im vergangenen Jahr gekürt. Da gewann der damalige Absteiger Hertha BSC. Dort hielt sich die Freude über die Thüringer allerdings in engen Grenzen."Unser Preis sah ein bisschen wie Häme aus, aber so war und ist es nicht gedacht", stellt Uwe Keith klar.

Beim SC Freiburg nimmt man die Auszeichnung an. "Humor ist, wenn man trotzdem lacht", sagt SC-Präsident Fritz Keller. Als Winzer und Gastronom weiß er den in Aussicht gestellten Gewinn durchaus zu schätzen: "Eine gute Thüringer ist etwas Feines." Für die 1000 Würste werde man sicher eine geeignete Aktion finden: "Hungrige Esser gibt es genug", so Keller. Und ein, zwei Würste werde er sicher auch vertilgen. Die Thüringer Wurstfreunde bieten sogar an, zur Preisverleihung fachkundige Bräter mitzubringen. "Wir müssen das mit dem Verein noch absprechen", sagt Uwe Keith. Wobei: Kompetenz ist im Breisgau vorhanden. Immerhin wird das siegreiche Team von einem Metzgersohn gecoacht.

Lange Rote spielt auch in der Wurst-Champions-League

Das kleine Thüringer Museum, das in Holzhausen auch noch am Bratwurstweg 1 liegt, widmet sich mit Inbrunst den Bratwürsten, nicht nur denen aus Thüringen. "Deutschland ist ein Bratwurstland, jede Region hat ihre eigene Spezialität", so Vorstand Uwe Keith. Weil Fußball und Bratwurst irgendwie eng zusammenhängen, gibt es zu diesem Thema in dem Haus auch eine Sonderausstellung. Und: Dass Freiburg mit seinen Langen Roten vom Münsterplatz auch in der Wurst-Champions-League spielt, dem will man in Thüringen nicht widersprechen.

Und, Wurst hin oder her der SC-Präsident jedenfalls hofft, dass das mit dem Pech nicht so weitergeht – gerade was die vielen Pfostentreffer anbelangt: "Es heißt ja immer, irgendwann gleicht sich alles aus."

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Autor: Joachim Röderer