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12. Mai 2015

Messe

SC-Stadion: Baubeginn frühestens 2017

Stadtverwaltung und SC kalkulieren zwei Jahre für die Planung ein / Fallschirmspringer können vielleicht doch am Flugplatz bleiben.

  1. Der Stadion-Bauplatz neben dem Flugplatz im Wolfswinkel – wie er vom Gerüst des Münsterturmes zu sehen ist. Foto: Ingo Schneider

  2. Baubürgermeister Martin Haag, SC-Vorstand Oliver Leki und OB Dieter Salomon (von links). Foto: Michael Bamberger

Frühstens Mitte 2017 kann der Bau des neuen SC-Stadions am Flugplatz beginnen. Die Stadtverwaltung begründet dies mit den umfangreichen Planverfahren. Derzeit wird geprüft, ob neben dem Motorflug und dem Segelflug auch die Fallschirmspringer am Platz gehalten werden können – zumindest in eingeschränktem Rahmen. "Die Zeichen stehen auf Hellgrün", sagte dazu Baubürgermeister Martin Haag im Pressegespräch am Montag.

Vor dreieinhalb Monaten haben Stadt und SC mit dem gewonnenen Bürgerentscheid grünes Licht für das Großprojekt SC-Arena bekommen. "Seither haben wir die Planungen nicht eingestellt", meinte Oberbürgermeister Dieter Salomon. Der Gemeinderat wird kommende Woche über den vorgesehenen Fahrplan informiert. Dabei geht es zunächst um den notwendigen Bebauungsplan. Es geht auch um Fragen des Städtebaus, des Umweltschutzes und der Erschließung für den Verkehr. Aus den vorliegenden Expertisen würden nun Gutachten gefertigt.

Den Bebauungsplan erstellt ein externes Büro, weil die Verwaltung wegen des Drucks beim Wohnungsbau selbst nicht genug Kapazitäten hat. Wann das Stadion fertig sein wird, darauf wollte sich Baubürgermeister Martin Haag nicht festlegen. Baubeginn kann frühestens Mitte 2017 sein. Ein Vorteil sieht der Baubürgermeister darin, dass in den vergangenen Jahren 15 bis 20 neue Stadien in Deutschland gebaut worden seien: "Da kann man gute Ansätze übernehmen und die Fehler vermeiden, die andernorts gemacht wurden", so Haag. Wichtig sei, dass "wir für einen festgesetzten Preis ein qualitätsvolles Stadion bekommen". Für den SC wiederum geht es darum, dass die richtige Größenordnung gefunden wird – und das richtige Verhältnis zwischen der Zahl an Steh- und Sitzplätzen und dem VIP-Bereich, sagte SC-Vorstand Oliver Leki. Stadt und Club bereiten aktuell die Verträge vor. Die gemeinsame Objektträgergesellschaft (OTG) soll bis Anfang 2016 gegründet sein. Die OTG wird als Bauherrin der Stadions auftreten.

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Was das Nebeneinander auf dem Flugplatz angeht, zeichnet sich eine neue Entwicklung ab. Dem Motorflug war ohnehin eine Bleibegarantie ausgesprochen worden. Vor dem Bürgerentscheid hatte die BZ bereits berichtet, dass es auch für die Segelflieger eine Lösung gibt. Dafür soll deren Graslandebahn nach Osten auf die andere Seite der Hauptstartbahn verlegt werden, wie Baubürgermeister Haag nun bestätigte. Eine Chance tut sich offenbar nun auch für die Fallschirmspringer auf: Stadtverwaltung und Flugplatz-Geschäftsführung prüften eine Möglichkeit, den Fallschirmsprung zumindest in einem reduzierten Umfang zu erhalten.

Um den Zuschuss des Landes von mindestens zehn Millionen Euro zu sichern, soll bekanntlich die Universität – etwa mit einer Mensa – in den Stadionbau ziehen. Hier gibt es keine neuen Nachrichten. "Wir führen gute Gespräche. Wenn diese ein Stadium erreicht haben, dass wir etwas sagen können, werden wir das tun", versicherte OB Salomon.

Ziel von Stadt und SC ist auch eine ständige Information der Anwohner und Anlieger in Sachen Stadionbau. Hier soll unter dem Stichwort "Gute Nachbarschaft" ein Beteiligungskonzept beschlossen werden. Neben Workshops und Arbeitstreffen zu einzelnen Themen soll auch ein Begleitforum installiert werden: "Wir wollen den Stadtteil intensiv einbinden und den Mooswäldern zeigen, dass das Stadion ein gutes Projekt für den Stadtteil sein kann", so Haag.

Er erwartet keine schwierigeren Gespräche nach dem Wechsel an der Spitze des Bürgervereins Mooswald. Dort war jüngst nach jahrzehntelanger Tätigkeit der Vorsitzende Horst Bergamelli überraschend abgewählt und durch Uschi Jautz, der Sprecherin der Bürgerinitiative Pro Wolfswinkel, ersetzt worden. "Die Frage der Art und Weise des Wechsels und ob das guter Stil war, wollen wir nicht bewerten", meinte Haag auf Nachfrage. Aber Uschi Jautz sei bisher für die BI bei den Dialogforen dabei gewesen – mit ihren Argumenten habe man sich bisher schon auseinandergesetzt und werde dies auch weiter tun.

Autor: Joachim Röderer