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17. Juli 2017

Jedermannrennen

Schauinslandkönig feiert mit gut 700 Teilnehmern Comeback

Rund 700 Sportler haben am Sonntag bei Kaiserwetter am „Schauinslandkönig“ teilgenommen. Das 11,5 Kilometer lange Zeitfahren auf den Freiburger Hausberg fand bereits von 2007 bis 2014 statt. Außer den Radfahrern, die neue Streckenrekorde aufstellten, waren auch Inlineskater, Skiroller, Handicapsportler, Tandems und Väter mit Kinderanhänger auf der Strecke von Bohrer zur Bergstation unterwegs.

  1. Auch Inlineskater erklommen den Hausberg. Foto: Rita Eggstein

  2. Klare Ansage: Wer hier hoch will, muss es draufhaben (links). Volker Herdtweck bekam von Sohn Tom (2) gesagt, wo’s langgeht. Foto: Daniel Thoma

  3. Foto: Daniel Thoma

  4. Mit dem Mountainbike war Abdullah Alfandi unterwegs. Foto: Thoma

Rund 700 Sportler haben am Sonntag bei Kaiserwetter am "Schauinslandkönig" teilgenommen. Das 11,5 Kilometer lange Zeitfahren auf den Freiburger Hausberg fand bereits von 2007 bis 2014 statt. Außer den Radfahrern, die neue Streckenrekorde aufstellten, waren auch Inlineskater, Skiroller, Handicapsportler, Tandems und Väter mit Kinderanhänger auf der Strecke von Bohrer zur Bergstation unterwegs.

Heimliche helden
Seit drei Jahren lebt Abdullah Alfandi in Freiburg und arbeitet als Dolmetscher in einer Schule. Nun hat der Syrer erstmals den Schauinsland erklommen und zwar mit einem Mountainbike. "Ein Rennrad hab’ ich so schnell nicht bekommen", erzählt er erschöpft und freudestrahlend im Ziel. Eine Stunde hat der 35-Jährige gebraucht. "Er fährt das ganze Jahr über mit dem Rad, auch durch den Schnee. Er ist schon ein echter Freiburger", sagt seine Kollegin Kathrin Wasmer, die ihn mit Kuchen in der Hand erwartete. Für den Wettbewerb hatten sich zahlreiche Teams angemeldet. Eine der teilnehmerstärksten Mannschaften war die knapp 30-köpfige Truppe von Caritas International. "Wir sind von Anfang mit dabei", sagte Christoph Fritz, der das Team anführt. Die diesjährige Bergfahrt widmeten sie einer vor zwei Jahren bei einem Auslandsaufenthalt verstorbenen Kollegin. Einige hefteten dazu im Andenken ein Foto von ihr aufs Trikot. "Sie war beim letzten Rennen selbst noch am Start", sagte Fritz. Wie auch bei früheren Wettbewerben sammelten die Mitarbeiter im Ziel an einem Stand Spenden, diesmal für ein Dürre-Projekt in Kenia.

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Neben den knapp 600 Radfahrern und 40 Inlineskatern quälten sich 16 Skiroller den Berg hinauf. Einer von ihnen war Christian Fersing. "Die Stöcke haben nicht gut auf dem Asphalt gehalten, da bin ich öfter weggerutscht", ärgerte er sich, nachdem er eine Stunde und sieben Minuten gebraucht hatte. "Aber es war herrlich, sich einmal auf einer gesperrten Straße so auszutoben", sagte er und fügte hinzu: "Zur Entspannung gönne ich mir gleich noch eine Fahrt mit dem Mountainbike." Auch vier Handicapsportler nahmen teil. Jürgen Kallfass, der mit nur einem Bein und Prothese in gut 39 Minuten oben ankam, gewann den Sonderpreis.

Rekorde und Familienehre
Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern gab es neue Streckenrekorde. Janine Meyer, die extra für den Schauinslandkönig aus Köln angereist war, stellte mit 36 Minuten eine neue Bestmarke auf. "Das ist so eine schöne Strecke, die sich immer wieder lohnt", sagte die Gewinnerin. Bei den Männern jubelte Andreas Schweizer aus Thun über seine 29 Minuten: "Ich bin das allererste Mal hier hochgefahren und wollte einfach schauen, was rauskommt."

Bei den Inlineskatern war Jens Kohler vom Speedteam der Freien Turnerschaft Freiburg mit 50 Minuten der Schnellste. Er gewann damit auch den im Rahmen der Veranstaltung ausgetragenen Baden-Württemberg-Cup. Bei den Frauen machte Michaela Gappert in einer guten Stunde das Rennen. Bei den Radfahrern mit Kinderanhänger gewann Erik Wagner Hakström mit 48 Minuten. Volker Herdtweck brauchte zwar eine halbe Stunde länger, war aber überglücklich. Sein Sohn Tom (2) saß mit Chips und Bilderbüchern gemütlich hinten drin. "Der hat mich und andere Teilnehmer angefeuert und die andere Hälfte der Zeit über geschlafen ", sagte Herdtweck.

Bei Familie Bangert, die aus Heilbronn nach Freiburg kam und – ohne die Strecke zu kennen – den Berg hochradelte, ging es ziemlich knapp zur Sache. Papa Gunther war stolz auf die 47:20 seines zwölfjährigen Sohnes Nick. "Aber immerhin war ich noch 40 Sekunden schneller", scherzte er. Nur Mama Claudia toppte deren Leistungen. Sie war genau eine Minute schneller als ihr Sohn.
Abseits der Strecke
"Die Anspannung, dass alles glatt läuft, war schon sehr groß", sagte Alexander Lang, der das Bergrennen nach zweijähriger Pause wieder ausrichtete und von der Skizunft Feldberg und dem Tri-Team Freiburg unterstützt wurde. Auch Hans-Peter Amann von der Bergstation der Schauinslandbahn half mit seinem Team, das Gepäck der Teilnehmer und Material mit den Gondeln zu transportieren. "Das funktioniert reibungslos", lobte er die Kooperation mit dem Veranstaltern. Das Restaurant in der Bergstation profitierte nicht vom Tag. "Sonntags ist es immer rappelvoll. Heute ist kaum etwas los", sagte Pächterin Hannah Wieck: "Aber wenn das nur einmal im Jahr ist, lässt sich das verkraften."

Autor: Fabian Vögtle