Schwedische Hymne für die Hochdorfer

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Mi, 16. Januar 2019

Freiburg

Beim Neujahrsempfang des Orts ging es unter anderem um den Högebrunnenplatz.

FREIBURG-HOCHDORF. "Es war ein gutes Jahr ohne nennenswerte Katastrophen": So fasste Hochdorfs Ortsvorsteher Christoph Lang-Jakob beim Neujahrsempfang die vergangenen zwölf Monate zusammen. Es war seine letzte Rede in diesem Rahmen – bei den anstehenden Kommunalwahlen wird Lang-Jakob nicht mehr als Ortsvorsteher kandidieren, wie er im Herbst bereits angekündigt hat (die BZ berichtete). Gute Nachrichten konnte Freiburgs Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach verkünden: Die Kosten für die endgültige Fertigstellung des Högebrunnenplatzes sind im nächsten städtischen Doppelhaushalt eingestellt.

Zuvor hatte Lang-Jakob noch auf das "leidige Thema" Högebrunnenplatz verwiesen. Denn zwar ist der neue Brunnen 2014 eingeweiht worden, aber der Bereich in der Ortsmitte ist noch nicht vollständig verschönert. Es fehlt noch die Pflasterung der zweiten Platzhälfte. Genauso wie beim Bau des Brunnens gebe es wieder zahlreiche Spenden aus Hochdorf, berichtete Lang-Jakob: "Wir haben fast 30 000 Euro zusammen." Dennoch sei das Projekt eine Hängepartie. "Wir hätten uns mehr Unterstützung der Bauverwaltung und der Stadträte gewünscht", kritisierte Lang-Jakob. Von Kirchbachs Ankündigung, dass Geld im Haushalt bereitgestellt werde, sieht der Ortsvorsteher noch skeptisch. Denn die Mittel seien nur in einer Pauschale enthalten und konkurrierten mit anderen Projekten, sagte Lang-Jakob im Nachgang des Empfangs gegenüber der BZ.

Wenn seine Zeit als Ortsvorsteher nach der Kommunalwahl im Frühjahr endet, wird Christoph Lang-Jakob zehn Jahre im Amt gewesen sein, weitere zehn Jahre saß er zuvor schon im Ortschaftsrat. Er ist der erste und einzige "grüne" Ortsvorsteher in Freiburg. Der Rechtsanwalt des Jahrgangs 1953 stammt aus Schwäbisch Hall. Mit einem Lied wurde der Neujahrsempfang eröffnet: Die Chorvereinigung Hochdorf, die Lang-Jakob ebenfalls stimmlich unterstützt, sang – mitten im Winter – eine schwedische Hymne an den Sommer.

Lang-Jakob wünschte sich in seiner Ansprache, dass "hoffentlich noch in meiner Amtszeit" eine Entscheidung zum geplanten Pflegestützpunkt des Deutschen Roten Kreuzes an der Fuhrmannsgasse fällt. Doch baurechtlich sei die Angelegenheit schwierig, berichtete er, es habe viele Gespräche mit dem Baurechtsamt gegeben: "Das ist ein ganz dickes Brett." Genauso wie die angestrebte neue Lösung für das Rathaus. "Da haben wir 2018 viel geackert und praktisch nichts erreicht", resümierte Lang-Jakob – im Frühjahr stünden erneut Gespräche an.
Abgeschlossen ist indes ein weiteres Anliegen: Der Spielplatz beim Michael-Denzlinger-Haus wurde saniert – mit Hilfe von Spenden, die das Familienzentrum "Mütze" gesammelt hat. Lang-Jakob wiederholte seine Kritik, dass sich die Stadtverwaltung an der Erneuerung der Spielgeräte nicht habe finanziell beteiligen wollen, obwohl der Platz öffentlich zugänglich ist.

Neben Reden und Musik gab es beim Empfang zwei Besonderheiten: Lang-Jakob präsentierte historische Aufnahmen aus Hochdorf, und es kam ein gespendetes Bild des Malers Heinrich Häring, das Hochdorf Ende des 19. Jahrhunderts zeigt, bei einer "amerikanischen Versteigerung" unter den Hammer.