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10. August 2012 15:49 Uhr

Strandbad-Aktion

Schwimmtalent Erik Hasler schwimmt auf und davon

Er ist einer der erfolgreichsten Schwimmer Freiburgs: Erik Hasler. Im Strandband stand der 20-Jährige der BZ Rede und Antwort – über Olympia, Muskeln und Körperbehaarung.

Es ist bestes Badewetter – und Erik Hasler, derzeit einer der erfolgreichsten Schwimmer seines Alters beim SSV Freiburg – kann mal so richtig im Schwimmbad entspannen. Kein Training und kein Gegen-die-Uhr-Schwimmen stehen heute auf dem Programm, die Leistungsschwimmer haben gerade Sommerpause. So kann der Student, der für gewöhnlich im Westbad trainiert, mal ganz entspannt den Tag im Strandbad genießen – mit Freunden beim Beachvolleyball und bei einem amüsanten Wettschwimmen gegen zwei BZ-Redakteure, denen der 20-jährige Freiburger in seinem elegantem Schwimmstil auf- und davon schwimmt.

Fürs Schwimmen konnte sich Erik Hasler schon früh begeistern. Er versucht, sich zu erinnern. Mit drei habe er Schwimmen gelernt, und schon früh machte er alle Schwimmabzeichen, die es gibt. Die ersten Wettkämpfe bestritt er mit sieben oder acht. Sich zu verausgaben und sich in Wettkämpfen mit anderen zu messen, das gefalle ihm. "Und im Gruppentraining haben wir auch immer Spaß." Was die schwierigste Disziplin sei? Delphin (auch Schmetterling genannt), dafür sei sehr viel Koordination von Arm- und Beinschlägen erforderlich. "Delphin ist sehr kraftraubend und für die meisten eine große Überwindung", erklärt der 1,83 Meter große Modellathlet in seiner schwarzer Jammer-Schwimmhose am Rand des Strandbad-Beckens.

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Als Lagenschwimmer muss auch er sich in der Schmetterlingsdisziplin bewähren, ansonsten fühlt er sich vor allem im Brustschwimmen zu Hause. Schon zu Beginn der Pubertät, wenn sich die Muskulatur entwickelt, kristallisiere sich heraus, in welchen Disziplinen man am besten ist, sagt Hasler. "Dann entscheidet sich, ob man Schnellkraft oder eine ausdauernde Muskulatur entwickelt." Er bevorzugt Mittel- und Langstrecken. 2006 wurde er in seinem Jahrgang (1992) Deutscher Meister im Freiwasserschwimmen über 5 Kilometer, ein Jahr später Vizemeister. In diesem Jahr gewann er die Baden-Württembergische Meisterschaft über 200 Meter Brust, sein nächster großer Wettkampf wird Ende November die Deutsche Kurzbahnmeisterschaft sein. Bestzeiten will er dort auf seinen Hauptstrecken 200 Meter Brust und 400 Meter Lagen (je 100 Meter Schmetterling, Rücken, Brust und Kraul) schwimmen, auf der Lagenstrecke, sagt Hasler, "muss man sich seine Kräfte einteilen, dass man hinten raus nochmal Körner hat."
Im vergangenen Jahr hat er am Wentzinger-Gymnasium sein Abitur gemacht, mittlerweile studiert er an der Uni Freiburg, derzeit noch Umwelt- und Naturwissenschaften, wobei er ins Fach Sportwissenschaft wechseln will. Studium und Training miteinander zu vereinbarten klappe bislang ganz gut, sagt der blonde Schwimmer. "Man sollte schauen, dass man gute Noten hat." Natürlich habe man einen vollen Tagesplan und wenig Zeit für andere Dinge. Und manchmal müsse man die Professoren fragen, ob man frei bekommt, und dann unterwegs auf Wettkampfreisen lernen. Durch das Studium ist Erik Hasler aber auch flexibler beim Trainieren geworden und kann schon morgens vor den Vorlesungen schwimmen – insgesamt neun Einheiten à zwei Stunden pro Woche; hinzukommen zwei bis drei Einheiten mit Kraft- und Stabilisierungsübungen.

Natürlich hat er bei den Olympischen Spielen genau hingeschaut. Gefallen haben ihm – natürlich – die US-Schwimmstars Michael Phelps und Ryan Lochte. "Michael Phelps", sagt Erik Hasler und gerät ins Schwärmen, "ist für mich der Beste, der jemals geschwommen ist."

Autor: Frank Zimmermann, Videos: Charlotte Janz, Jana Martens, Florian Kech