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19. September 2016

"Lindenstraße" zu Gast

Serienstars unterstützen "Baobab Children Foundation"

"Lindenstraßen"-Stars beim Geburtstag der Freiburger "Baobab Children Foundation".

  1. Bei der Podiumsdiskussion zur Entwicklungshilfe waren auch Schauspieler der Lindenstraße im Glashaus Rieselfeld dabei. Es diskutierten Klaus Jahn (Afrika action Deutschland), Reinhard Markowetz und Edith de Vos (Baobab Children Foundation ), Moderator Oliver Witt (Journalist und Autor WDR) und die Schauspielerinnen der „Lindenstraße“ Marie Luise Marjan, Michael Baral und Rebecca Siemoneit-Barum (von links). Foto: Thomas Kunz

Was hat die "Baobab Children Foundation" mit der TV-Serie "Lindenstraße" zu tun? Es ist Edith de Vos, die beides verbindet: Die Freiburgerin, die seit 15 Jahren mit ihrem Projekt in Ghana für sozial und körperlich benachteiligte Jugendliche Bildung, Ausbildung und Arbeit schafft, kennt Hans W. Geißendörfer, den Regisseur der ARD-Serie. So kam es, dass beim 15-Jahre-Jubiläumsfest der "Baobab Children Foundation" am Samstag im Glashaus vier "Lindenstraße"-Darsteller abends auf dem Podium mitdiskutierten.

Marie-Luise Marjan findet "Baobab" toll: Seit 31 Jahren spielt sie die Helga Beimer in der "Lindenstraße", privat engagiert sie sich für die Kinderhilfswerke Unicef und Plan International, in Burkina Faso wurde eine Schule nach ihr benannt. Die Perspektiven, die "Baobab" jungen Menschen bietet, faszinieren sie: "Wer ein Auskommen hat, muss nicht fliehen." In diesem Sinne engagieren sich auch der Münchner Pädagogik-Professor Reinhard Markowetz und Klaus Jahn, beide vom Verein "Africa action", der in mehreren afrikanischen Ländern Projekte anbietet und mit "Baobab" kooperiert. Wie es geflüchteten Menschen in Deutschland geht, erlebt Michael Baral hautnah mit. In der "Lindenstraße" ist er als Timo Zenker ein konvertierter Muslim, der sich in Helga Beimers Enkelin Lea verliebt und sie von der rechten Szene abbringt. In der Realität engagiert er sich in der Berliner Flüchtlingsunterkunft Tempelhof. Er begleitet Flüchtlinge zu Behörden und überlässt ihnen seine Wohnung, wenn er unterwegs ist. Neben der "Lindenstraße" tritt er auch im "Tatort" und anderen Produktionen auf und reist viel. Die Begegnungen mit geflüchteten Menschen haben ihn stark geprägt: "AfD-Wähler sind ungebildet in dem Sinne, dass sie nie Flüchtlinge kennengelernt haben", glaubt er.

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Im Kontakt mit Regisseur Hans W. Geißendörfer

Hans W. Geißendörfer wusste von Barals Engagement, darum fragte er ihn, ob er das "Baobab"-Jubiläumsfest unterstützen wolle. Im "Lindenstraße"-Ensemble gab’s dann noch weitere Interessierte. Mit nach Freiburg kamen neben Michael Baral und Marie-Luise Marjan auch der Ensemble-Sprecher Philipp Neubauer (in der "Lindenstraße der Philipp Sperling) und Rebecca Siemoneit-Barum (Iffi Zenker). Der Berliner Michael Baral sowie Marie-Luise Marjan und Philipp Neubauer, die in Köln wohnen, kamen bei Freiburger Freunden von Marie-Luise Marjan unter. Rebecca Siemoneit-Barum dagegen hatte einen kurzen Weg: Sie lebt mit ihrer Familie seit kurzem im Markgräflerland, woher die Familie ihres Mannes stammt. Auf dem Podium erzählt sie von der Herausforderung, vor die sie ihre Rolle als Iffi zurzeit stellt: "Ich verkörpere die sogenannten besorgten Bürger." Als Iffis elfjährige Tochter Antonia einen Flüchtlingsjungen kennenlernt, reagiert Iffi mit Klischees: "In unserer Küche sitzt ein Flüchtling, vielleicht ist das ja der nächste Terrorist?"

Dass sich ausgerechnet die weitgereiste Iffi so entwickle, habe auch sie sehr überrascht, erzählt Siemoneit-Barum. Andererseits sei gerade das durchaus real: Es seien ja viele "normale" Menschen, die zurzeit nach rechts abdriften. Für sie sei Iffis Entwicklung "keine dankbare Aufgabe", doch eine wichtige: "Es war immer Ziel der Lindenstraße, das soziale Leben in Deutschland zu reflektieren."

Der Wunsch, die Welt zu verändern, verbindet Hans W. Geißendörfer mit Edith de Vos. Die beiden haben sich vor Jahrzehnten in München kennengelernt, erinnert sich Edith de Vos: "Wir saßen immer in derselben Kneipe." Sie studierte Lehramt und war politisch sehr aktiv, er war bereits ein junger Filmemacher. Von da an blieben die beiden immer in Kontakt.

Autor: Anja Bochtler