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08. März 2010 20:40 Uhr
Baustelle
Sicherheitsrisiko: Freiburger Brücken bröckeln
Marode, baufällig und teilweise ein echtes Sicherheitsrisiko: Freiburgs Brücken bröseln an allen Ecken. Ein Schadensbericht informiert jetzt aktuell welche gesperrt, saniert – oder gleich komplett abgerissen werden müssen.
Knapp 900 Ingenieurbauwerke gibt es in Freiburg, 410 davon sind Brücken. Erst seit etwa zehn Jahren werden diese systematisch überprüft: Jedes halbe Jahr schaut sich das Garten- und Tiefbauamt (GuT) die Brücken an, alle drei Jahre wird die Unterseite inspiziert und alle sechs Jahre gibt es die nach DIN-Norm 1076 vorgeschriebene Hauptuntersuchung inklusive Abklopfen. Die gute Nachricht: Alle großen und an Hauptverkehrsstraßen liegenden Brücken sind nun durchgecheckt, bis Ende des Jahres werden alle mal dran gewesen sein. Die schlechte Nachricht: Je mehr man sucht, desto mehr Schäden findet man – und desto teurer wird’s.
So war es auch vergangenes Jahr, als turnusmäßig 130 Ingenieurbauwerke, darunter viele Brücken, überprüft wurden. Die schlechteste Note gab es dabei für den Waltersbergsteg in Herdern, weil das Tragwerk, so die Fachleute, ohne Vorankündigung zusammenbrechen könnte. Erst 2006 war der Steg mit Hilfe des Herdermer Bürgervereins geflickt worden, nun käme eine weitere Sanierung zu teuer, ein Neubau mit rund 100.000 Euro aber auch.
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Das heißt: Sofort sperren, dann Abriss. Das empfehlen die Gutachter auch für den Deichelweihersteg über die Höllentalbahn in der Wiehre. Die Sanierung wäre mit rund 200.000 Euro nicht zu finanzieren, außerdem ist der Steg wegen steiler Treppen nicht barrierefrei.
Ein ähnlich spektakuläres Ergebnis zeigte die Untersuchung der Brücke in der Bürgerwehrstraße zur Sternwaldwiese in der Wiehre hin. Bereits 2009 wurde sie wegen mangelnder Standsicherheit für Autos gesperrt; ein Ingenieurbüro sollte parallel dazu untersuchen, ob sie abgerissen werden muss. Ergebnis: Ja. GuT-Leiter Frank Uekermann wird dem Verkehrsausschuss heute vorschlagen, die Brücke danach neu zu errichten: "Es wäre schade, wenn es dort keinen Zugang zum Naherholungsgebiet Schauinsland gäbe."
INTERAKTIVE KARTE: BRÜCKENBAUSTELLEN IN FREIBURG
Provisorisch mit Stahlstützen verstärkt wird die Brücke Breisacher Straße über der Güterbahn zwischen Stühlinger und Mooswald. In drei bis vier Jahren wird hier sowieso im Rahmen der Stadtbahn zur Messe neu gebaut, bis dahin muss es das Provisorium tun. Unproblematischer, weil nicht so dringend, sind die Sundgaubrücke über die Paduaallee (Betzenhausen) sowie die Stadtbahnbrücke zum Stühlinger hin, für die Stadt und Freiburger Verkehrs-AG zusammen ein wirtschaftliches Instandsetzungskonzept austüfteln werden. "Bei der Stadtbahnbrücke war unklar, was rauskommt", so Uekermann. "Aber die Spannglieder sind gut, es gibt nur ein Entwässerungsproblem." Das bedeutet wenigstens freie Fahrt für die Bahnen.
Zu guter Letzt soll die marode Stützmauer der B31 zur Dreisam hin, die vor kurzem Schlagzeilen machte, bis Ende Mai saniert sein. Resümee des Schadensberichts: "Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Zunahme an Bauwerksschäden." Resümee des Amtsleiters: "Früher wurden gerne Stahlbetonbrücken gebaut – heute merkt man, dass man sie auch unterhalten muss."
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Autor: Simone Lutz
