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09. Mai 2011
Medien
Soukmagazine für "CNN Journalist Award" nominiert
Erhält das Freiburger Onlinemagazin "soukmagazine" einen internationalen Medienpreis? Nominiert ist es jedenfalls. Doch wer steckt hinter dem Projekt, das sich der arabischen Welt widmet?
Interesse für Fremdes schaffen und Kulturen näher zusammenbringen, das ist das Ziel des Freiburger Onlinemagazins "soukmagazine". Bereits kurz nach seiner Gründung 2009 ist es mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden – jetzt könnte ein weiterer hinzukommen: der "CNN Journalist Award", den der US-Nachrichtensender heute verleiht.
Marc Röhlig, Student und Journalist, fährt mit der Straßenbahn zum Interviewtermin. Eine Tasche mit Videokamera, Mikrofon, Fotoapparat und Notizbuch, steht zwischen seinen Turnschuhen. "Ich habe mein Stativ zu Hause vergessen", sagt er, "deshalb nehme ich das Interview jetzt nur mit Ton auf und lege später die Bilder darüber – eine Audioslideshow."
Er wurde mit der "Orientsehnsucht" vom Großvater infiziert, der mit seiner Familie in Syrien und im Jemen lebte. 2006 begann Marc Röhlig sein Studium der Geschichts- und Islamwissenschaft in Freiburg. Nach seiner Bachelorarbeit verabschiedete er sich für acht Monate: nach Damaskus, das bunte Herz Syriens. Dabei "bloß einen Reiseblog" zu erstellen, kam für ihn nicht in Frage: "Ein bisschen Geschwätz darüber, wie der Sonnenuntergang aussieht, war nichts für mich."
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Noch vor dem Abflug baute er zusammen mit Simon Kremer (25) und Jan Hendrik Hinzel (24) eine Plattform auf, die mit journalistischen Texten, Bildern und Videos der orientalischen Welt eine kleine Bühne gibt. Das "soukmagazine" war geboren – bunt, vielfältig, emotionsgeladen. Heute sind außer den drei Machern unentgeltlich noch über 30 Autoren für das Magazin tätig. "Jede Woche eine neue Geschichte, vom deutschen Konvertiten bis zum syrischen Fußballer", stellt der Gründer selbst erstaunt fest.
Beim Interviewtermin im Asylbewerberheim wird deutlich, warum CNN auf das Magazin aufmerksam wurde. Mit Empathie und Beobachtungsgabe ermuntert Röhlig seinen afghanischen Gesprächspartner, auch Privates zu erzählen. Sensible und multimediale Geschichtenerzähler wollen sie sein beim "soukmagazine", keine Profitgierigen. Die Belohnung: Das Magazin erhielt 2010 den Axel-Springer-Preis und den "Grimme Online Award" (siehe Artikel auf fudder.de) . Carolin Buchheim vom Freiburger Online-Portal "fudder" war 2010 Mitglied der Grimmepreis-Nominierungskommisson: "Die Autoren leuchten Themen aus, wie sie in deutschen Medien kaum zu finden sind. Vor allem aber die crossmedialen Elemente, die Fotostrecken und Audioshows, finde ich überzeugend." Die nächste Auszeichnung könnte heute der CNN Journalist Award des deutschsprachigen Raumes sein, ein Nachwuchspreis für Auslandsjournalismus. "Na ja", meint Röhlig, "der Erfolg ist ja schon, bei CNN mit zwei Nominierungen vertreten zu sein – als No-Name-Homepage."
Autor: Julia Nikschick
