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22. November 2008
Spaß haben ohne Alkohol
Der Gemeinderat verabschiedet in Ergänzung zum Alkoholverbot ein Präventionskonzept
Im Juli hat der Gemeinderat die Verlängerung des nächtliche Alkoholverbots in der Innenstadt um zwei Jahre beschlossen. Flankiert werden soll es von einer Reihe von präventiven, sozialarbeiterischen Maßnahmen, in dieser Woche hat der Rat nun ein entsprechendes Konzept verabschiedet, das auch die Verbotsgegner befürworten. Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach will die angrenzenden Landkreise miteinbeziehen, da sehr viele Jugendliche und junge Erwachsenen aus dem Umland nach Freiburg kommen.
Suchtberatung auf der Straße
In Schwerpunktnächten, zum Beispiel in der Nacht zum 1. Mai, sollen Fachleute aus der Suchtberatung auffällig präsent sein und Jugendliche und junge Erwachsene in der Verbotszone ansprechen. Ergänzend sollen speziell geschulte Ehrenamtliche in Zweierteams (eine Frau, ein Mann) als Ansprechpersonen auf der Straße und in Lokalen unterwegs sein und über Risikokonsum aufklären, auch auf Festen oder während der Fasnet.
Mitmachaktionen
Aktionen in der Innenstadt wie das Trommelevent "Street Beats" oder ein Wettbewerb um den besten alkoholfreien Cocktail der Stadt sollen Heranwachsende ansprechen und vermitteln: Man kann auch ohne Alkohol Spaß haben.
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Beruhigungsmaßnahmen
Damit Betrunkene nicht nachts in der Innenstadt herumziehen, werden zum Beispiel "Chill-Rooms" eingerichtet, in denen man die Zeit bis zum nächsten Bus überbrücken kann, oder Sammeltaxis zum Taschengeldpreis an zentralen Punkten angeboten.
Suchtberatung in der Klinik
Wenn Jugendliche nach Gewalttaten oder Alkoholvergiftung in die Ausnüchterungszelle oder die Notfallaufnahme der Uni- oder Kinderklinik eingeliefert werden, werden sie unmittelbar danach von Suchtberatern aufgesucht. Die Eltern werden zum Gespräch eingeladen.
Risikocheck
Es soll ein Gruppenangebot für Leute geben, die nach Alkoholkonsum auffällig geworden sind. Ziel: einen verantwortlichen Umgang mit Alkohol fördern und Gefahr der Suchtentwicklung reduzieren. An einem Wochenende lernen die Teilnehmer, wie Alkohol auf sie wirkt und wie sie neues Verhalten einüben können.
Internetkampagne
Flankierend zu den Beratungsangeboten wird die Homepage der Kampagne http://www.BleibDuDu.de ausgebaut, die zwei Zielgruppen erreichen soll: zum einen Jugendliche, zum anderen Gastwirte und Veranstalter. Sie funktioniert mit interaktiven Foren, Infos, Daten der Events, PC-Spielen und mehr. Auch eine Medienpartnerschaft mit Zeitungen, Radios, Fernsehen und Internetportalen ist geplant.
Kommunale Präventionsarbeit
Alkohol- und Gewaltprävention muss auch in den Stadtteilen stattfinden. Dazu setzen Gemeinde- und Ortschaftsräte einen "Runden Tisch" ein, der Schwerpunkte und Ziele lokaler Alkoholpolitik beschließt. Ende 2010 sollen für alle Feste einheitliche Qualitätsstandards gelten, die die Belange der Veranstalter und Besucher berücksichtigen.
Jährlicher Fachtag
Künftig soll jährlich ein Fachtag mit Referaten, Diskussion und Austausch veranstaltet werden; der erste findet im Frühjahr 2009 statt.
Autor: Simone Lutz
