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23. August 2010

Herdern

St. Josefskrankenhaus investiert Millionen in Strahlenmedizin

Der neue Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) ist der ganze Stolz der radiologischen Abteilung des St. Josefskrankenhauses in Herdern: Mit der 30000-fachen Stärke des Erdmagnetfeldes ermöglicht das röhrenförmige Gerät ungeahnte Einblicke in das Innere des menschlichen Körpers – und das in Echtzeit.

Doch die vor zwei Monaten installierte Hochleistungsmaschine ist nicht die einzige Neuerung in der Radiologie.

Insgesamt 12,5 Millionen Euro investiert der Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (RkK) mit Förderung des Landes Baden-Württemberg in die Abteilung. Rund 10,5 Millionen fließen in bauliche Maßnahmen, der Rest in neue Geräte, wie einen digitalen Röntgen-Apparat, sowie eine digitale Angiographie.

Nicht mehr die volle Ausstattung für jedes kleine Krankenhaus

Der Umbau ist in vollem Gange, im November soll alles fertig sein: "Wir operieren quasi am offenen Herzen", sagt Marco Nolde, zuständig für die Bauplanung im RkK, "man kann den Krankenhausbetrieb während der Bauphase ja nicht einfach aussetzen." Doch außer ein wenig Lärm bekommen die Patienten nicht viel mit von den Arbeiten, die Baustelle ist mit Schutzwänden abgeschirmt.

Der Umbau der Radiologie im St. Josefskrankenhaus folgt einer ausgeklügelten Gesamtstrategie des RkK. Jedes der fünf Krankenhäuser in Freiburg und Waldkirch, die sich vor zehn Jahren zum Regionalverbund zusammengeschlossen haben, soll sich auf seine Stärken konzentrieren: "Die Zeiten, in denen sich jedes kleine Krankenhaus die volle Ausstattung leisten konnte, sind vorbei", sagt Thilo Jakob, der den RkK in Marketingfragen berät. "Wenn möglichst viele Häuser den Umbruch im Gesundheitswesen überstehen sollen, müssen sie ihre Kompetenzen bündeln." Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf Fallpauschalen im Jahr 2004 stehen die Kliniken in Deutschland unter mehr Wettbewerbsdruck. Hightech-Medizin ist ein guter Standortvorteil im Werben um Patienten.

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Die Neugestaltung der Radiologie ist auch von Vorteil für die Kinder- und Jugendmedizin, einem der Schwerpunkte des St. Josefskrankenhauses. Etwa ein Drittel der Patienten in der Abteilung sind Kinder. "Die Magnet-Resonanz-Tomographie ist besonders günstig für die Untersuchung bei Kindern, weil sie so strahlenarm ist", erläutert Johannes Forster, Chefarzt der Pädiatrie. "Trotzdem muss jede Untersuchung einer klaren Fragestellung folgen. Ganzkörperuntersuchungen ohne klare Indikation halte ich für absolut unethisch, man findet immer etwas und damit soll vor allem Geld verdient werden."

Der neue Super-Magnet, der sich besonders für die Untersuchung der Weichteile eignet, erfüllt die hohen Erwartungen: "Wir können jetzt in kürzerer Zeit und mit einer wesentlichen höheren Auflösung auch kleinere Veränderungen im Gewebe darstellen", so Markus Uhl, Leiter der radiologischen Abteilung, "ein echter medizinischer Fortschritt."

Autor: Martin Küper