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21. August 2015 11:47 Uhr

Weg mit den Engpässen

Stadt schafft mehr Platz für Radler und Fußgänger an der Dreisam

In der Fahrradstadt Freiburg ist einer der wichtigsten Radwege zum Teil gesperrt: Am Dreisamufer schafft die Stadt Platz für Radler und für Fußgänger. Bagger stehen im Fluss, ein Steg auf Hydraulikpressen und Fische vor dem Umzug.

  1. Nadelöhr auf der Hauptradroute: So eng ging es an Freiburgs Mariensteg zu. Foto: Rita Eggstein

  2. So soll’s werden: Der Jahrhundertwende-Steg erhält derzeit einen neuen Fuß mit breiterer Durchfahrt. Foto: GuT

  3. Bagger in der Dreisam: Für den Bau des Fußwegs am Ufer wurde schweres Gerät aufgefahren. Foto: Ingo Schneider

  4. Auf der Nordseite wurde das Fundament für den Fußweg gelegt. Knifflig für die Baggerfahrer: Unter der Schwabentorbrücke war kaum Platz. Foto: Ingo Schneider

Auf der einen Seite der Dreisam wird eine Lücke kleiner, auf der anderen eine Lücke vergrößert: Das Freiburger Garten- und Tiefbauamt arbeitet daran, alte Engpässe zu beseitigen. Es schafft an einem durchgängigen Fußweg entlang des Ufers sowie an einer breiteren Durchfahrt im historischen Mariensteg und kommt gut voran. Am Montag müssen die Angler Fische in Sicherheit bringen: Am Ufer wird gerodet.

Vier Projekte an der Dreisam

"Wir sind voll im Zeitplan", sagt Amtsleiter Frank Uekermann auf BZ-Anfrage zur Großbaustelle. Die läuft seit Ende April, soll 1,5 Millionen Euro kosten und bündelt gleich vier Projekte: Für einen durchgehenden Fußweg entlang der Dreisam von Freiburger Ortsteil Ebnet bis nach Lehen flussabwärts, haben am Nordufer immer 205 Meter gefehlt.

In der Lücke zwischen Schwabentorbrücke und Mariensteg wird nun ein Weg gebaut. Der Steg wird saniert und seine Auflager mit einem größeren Durchlass für Radler am Südufer neu errichtet. Außerdem wird der Radweg selbst verbreitert, je nach dem wie Bäume stehen auf 2,80 bis 4 Meter. Der ist gesperrt, so lange die Bauarbeiten dauern, das heißt für alle Nutzer: sechs Monate Umweg, wobei das Ganze durch die nächste Freiburger Großbaustelle – Abriss und Neubau der Kronenbrücke – ein paar Meter flussabwärts weiter verkompliziert. Der Dreisamuferweg ist eine der Freiburger Hauptradstrecken, auf der sich immer alles knubbelte: Außer den 10.000 Radlern am Tag nutzten ihn auch die Fußgänger, mangels Weg auf der anderen Uferseite, den Verkehrsfluss bremste zudem ein Flaschenhals – der Mariensteg. Der wurde im Jahr 1900 gebaut und hatte nur einen 1,20 Meter breiten Durchlass: Gegenverkehr war unmöglich.

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Fische ziehen am Montag um

Würde nicht alles auf einmal erledigt, sagt Uekermann, "müsste man viermal in die Dreisam". Für die Baustelle ist wenig Platz: Um keine Spur der stauanfälligen B 31 sperren zu müssen, ist sie im Fluss und am Ufer eingerichtet. Bagger standen bereits im Flussbett, zum Beispiel um das Fundament für ein Stück Fußweg-Lückenschluss zu legen, und sie werden für die weiteren Arbeiten wieder über eine eigens aufgeschüttete Rampe aus Erde reinfahren. Für einen Teil des Wegs wurde der Untergrund schon bereitet, als im Jahr 2010 die Stützmauer vor dem Kollaps bewahrt wurde, erklärt Uekermann. Damals liefen bereits Voruntersuchungen für den Lückenschluss, dabei entdeckte das Garten- und Tiefbauamt zufällig, dass die Stützmauer zur B31, auf der viel Schwerverkehr fährt, geschädigt ist.

Für das letzte Stück Fußweg von Schwabentor-Wehr bis Mariensteg rodet das Amt ab Montag das Ufer. Zuvor muss der Angelsportverein die Fische aus dem Bereich elektrisch betäuben und in einen anderen Teil der Dreisam umsiedeln.

Der Jahrhundertwende-Steg wurde für die Sanierung und den Umbau mit Hydraulikpressen und einer Stahlträgerkonstruktion angehoben, seine steinernen Auflager sind bereits abgerissen. Der Steg bekommt jetzt neue Rollenlager und einen neuen "Fuß" am Südufer: Die Bauarbeiter haben begonnen, das Fundament zu betonieren, an das neuen Widerlagers geht’s übernächste Woche. Die Durchfahrt soll statt 1,20 dann 2,80 Meter breit werden. "Ein Radfahrer und ein Kinderanhänger passen gleichzeitig durch", sagt Frank Uekermann. Am Ende wird alles wieder mit Sandstein verkleidet – eine Auflage des Denkmalschutzes.

Bis dahin bleibt noch einiges zu tun. Zudem wird der Steg ans Wegenetz angedockt, eine barrierefreie Rampe für den Fußgängerweg gebaut und das Grün angelegt, sagt Amtschef Uekermann: Mitte Oktober soll alles fertig sein.

Autor: sh