Stadträte billigen Zeitplan für Schulkindbetreuung

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mi, 21. Februar 2018

Freiburg

Nach Verzögerung sollen 2020 alle Grundschulen umgestellt sein.

FREIBURG. "Wir können stolz wie Bolle sein", sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon am Donnerstag im Bürgerhaus Zähringen. Er meinte damit die Investitionen der Stadt in Schulkindbetreuung. "Das gibt es so in Baden-Württemberg kein zweites Mal", betonte er und hob die "super Leistung des Gemeinderats" hervor, der ohne Streit diesen wichtigen Weg mitgehe.

Auch gestern billigten die Stadträtinnen und Stadträte den neuen Zeitplan für den Ausbau des Millionenprojekts. Die letzten beiden Ausbaustufen, die bereits laufen sollten, wurden bereits auf nächstes Jahr verschoben und nun zum Teil sogar auf 2020. Wegen der hohen Nachfrage wurden an bereits umgestellten 21 Schulen mehr Plätze geschaffen als geplant, weshalb der Ausbau an den restlichen neun Grundschulen gebremst wurde (die BZ berichtete).

"Die Mittel sind goldrichtig angelegt", sagte CDU-Stadtrat Klaus Schüle. Die Schulkindbetreuung gehöre mittlerweile zu den Kernaufgaben kommunalpolitischer Verantwortung. "Es lohnt sich und ist wichtig." Das sieht auch die Grünen-Stadträtin Nadyne Saint-Cast so: "Das Konzept ist ein Quantensprung", sagte sie. Vor allem bei der Verzahnung von Betreuung und Unterricht und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei das bereits geschaffene Modell ein Vorreiter.

"Fakt ist, dass eine schnellere Umsetzung geplant war, aber vielleicht sind die Verzögerungen sogar besser, damit man jetzt noch Nachjustierungen berücksichtigen kann", sagte Manfred Stather von den Freien Wählern.

SPD-Stadtrat Stefan Schillinger lobte ebenfalls das "schlüssige Konzept mit hohem Niveau". Dennoch bleibe ein Beigeschmack: "Wir ziehen alle an einem Strang, sind uns einig und trotzdem klappt es am Ende nicht für alle Kinder mit einem Platz." Das sei ein Umsetzungsproblem. Er bemängelte, dass es öfters vorkomme, dass der Gemeinderat Geld beschließe und die Verwaltung nicht alles ausgebe, weil es hakt. "Aus Stuttgart kommen da keine Impulse, deswegen muss die Stadtverwaltung am Ball bleiben und rechtzeitig sagen, wo es klemmt", forderte er.

Auch Monika Stein von der Grünen Alternative Freiburg begrüßt das Konzept, aber es könne nicht sein, dass im Gebäudemanagement (GMF) zu wenig Personal für die Umsetzung da ist. "Die müssen dringend besser ausgestattet werden."

Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik sagte, man habe viele Schritte frühzeitig und richtig gemacht. "Das Ausmaß war jedoch nicht abzusehen. Dass plötzlich so viele Maßnahmen hinzukamen, konnten wir nicht im Blick haben", sagte sie und zeigte sich stolz über bisher 4750 Betreuungsplätze für rund 6800 Grundschüler. Während die Betreuung dieses Jahr noch 11,8 Millionen Euro kostet, wird die Stadt im Jahr 2020 insgesamt 14,3 Millionen Euro ausgeben.

"Wir versuchen, uns als Arbeitgeber attraktiv aufzustellen", sagte sie im Hinblick auf die Kritik am GMF. Jedoch gebe es viele konkurrierende Angebote auf diesem Gebiet, deshalb sei es schwierig, passende Fachkräfte zu finden.