Kommunalwahl 2014

Stadtratsduell um Listenplatz 3 bei der Freiburger FDP

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mo, 03. Februar 2014

Freiburg

Die FDP hat ihre Kandidaten für die Kommunalwahl nominiert.

Mit Fraktionschef Patrick Evers an der Spitze zieht die Freiburger FDP in die Kommunalwahl. Evers ehrgeiziges Ziel: Die derzeit vier Sitze im Stadtrat halten – oder gar ihre Zahl erhöhen. Spannend war bei der Nominierung das Duell um Listenplatz drei: Hier traten die amtierenden Stadträte Nikolaus von Gayling und Sascha Fiek gegeneinander an. Hauchdünn behielt der Kreisvorsitzende Fiek die Oberhand.

Über mehr Bewerberinnen und Bewerber als Listenplätze konnte sich Sascha Fiek zu Beginn der Nominierungsversammlung am Samstagnachmittag in der FT-Gaststätte freuen. Fiek schrieb der FDP eine wichtige Rolle im Freiburger Gemeinderat zu: "Wir nicken nicht alles ab, wir ecken an", so der Kreisvorsitzende. Nach der Schlappe bei der Bundestagswahl habe die Partei ihr Tief überwunden und lege auch wieder an Mitgliedern zu. "Wir haben im Bund zwei linke Parteien in der Regierung und zwei noch linkere in der Opposition", resümierte Fiek. Diese Situation gebe es in Freiburg schon länger: Auch hier würden zwei linke Parteien die Stadtregierung bilden – er meinte die Grünen und die CDU. Allein die FDP halte die Mitte. Fieks Wahlziel bei der Kommunalwahl lautet Status quo mit vier Sitzen halten oder auf jeden Fall Fraktionsstatus erreichen – das wären mindestens drei Mandate im Gemeinderat. Für den Fraktionschef und Spitzenkandidaten Evers darf es, wie er sagte, gern ein FDP-Ratsmitglied mehr sein.

Die Nominierungskommission hatte einen Vorschlag für eine 48er-Liste erarbeitet, die mit 22 Kandidatinnen insgesamt weiblicher als noch vor fünf Jahren werden sollte. Damals waren nur 15 Frauen für die FDP ins Rennen gegangen. Die ersten zehn Plätze wurden einzeln und geheim gewählt, die übrigen in Blöcken, bis auf die letzten drei. Rechtsanwalt Patrick Evers, 60, im 25. Jahr Mitglied im Gemeinderat, bekam 23 Ja-, drei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen und landet wieder auf Platz 1 der Liste. Ihm folgt auf dem zweiten Platz Stadträtin Herta König, 65, Steuerberaterin aus Opfingen (25 Ja, 2 Nein, 2 Enthaltungen).

Spannend wurde es beim Duell um Platz 3: Hier traten die beiden amtierenden Stadträte Sascha Fiek, 39, und Nikolaus von Gayling-Westphal, 72, gegeneinander an, da die Findungskommission sich vorab nicht auf eine Rangfolge festlegen wollte. Beide Kandidaten stellten sich in jeweils ausführlichen Bewerberreden vor. Sie nahmen die Sache also ernst. Und es wurde ganz eng: Am Ende setzte sich der Kreisvorsitzende Fiek mit 16 zu 14 Stimmen gegen von Gayling durch. Der Land- und Forstwirt aus Ebnet musste dann mit Platz 4 vorlieb nehmen.

Ein junges Gesicht findet sich auf dem fünften Listenplatz: Hier kandidiert Marianne Schäfer, 26, frühere Vorsitzende der Jungen Liberalen (Julis) und Masterstudentin der Mikrosystemtechnik. Auf den weiteren Plätzen folgen Christoph Glück, 36, Hotelier und Fraktionsgeschäftsführer, der Juli-Kreisvorsitzende und Europawahlkandidat Erik Gundlach, 25, Referendar, und auf Platz 8 Eric Lassiaille. Der Franzose ist Hotelier und Eigentümer des Panoramahotels Mercure über Freiburg. Die Top Ten komplettieren der Arzt Axel Münch, 57, und die Ärztin Brigitte Häring, 64.

Die weiteren Abstimmungen folgten dann im Blockverfahren. Einzelabstimmungen gab es erst wieder bei den "Ehrenplätzen" am Listenende. Auf Platz 46 tritt Katharina Daseking an, die Frau des früheren Freiburger Stadtplaners Wulf Daseking. Platz 47 geht an Hansjörg Dattler, den Chef des gleichnamigen Schlossbergrestaurants. Und an das Ende der Liste setzte die FDP Brida Fiek, Fahrschulchefin und Mutter des Kreisvorsitzenden. Die Kommunalwahl in Baden-Württemberg wird zeitgleich mit der Europawahl am 25. Mai 2014 stattfinden.