Sanierung

Stadtverwaltung soll ein neues Konzept für das Lycée Turenne vorlegen

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Sa, 10. Februar 2018

Freiburg

Alle Fraktionen im Gemeinderat stellen Anträge für den ungenutzten Westflügel und die Turnhalle des Lycées. Spätestens im Herbst soll eine Entscheidung stehen.

So ein breites Bündnis gegen den Leerstand im Gebäudeensemble an der Schützenallee gab es noch nie im Gemeinderat. Die acht Fraktionen haben Anträge gestellt, ein Konzept für den Westflügel und die historische Turnhalle zu erstellen. Das Thema soll bis Ende September auf die Tagesordnung, fordern Grüne, CDU, SPD, JPG, Freie Wähler und FDP in einem gemeinsamen Schreiben. Noch vor der Sommerpause wollen die Unabhängigen Listen und Freiburg Lebenswert/Für Freiburg das Konzept sehen, schreiben die zwei Fraktionsgemeinschaften in einem eigenen Antrag. Die beiden hatten in Etatberatungen Geld fürs Lycée gefordert, aber keine Mehrheit gefunden.

Die Sanierung haperte bisher an Nutzungskonzept und Geld, sie würde grob geschätzt 17 Millionen Euro kosten. Das Konzept soll nach dem Willen aller Fraktionen die Basis sein, um per Gutachten die Kosten zu klären. In dem hochwertigen Denkmal könnte Platzbedarf gedeckt und dafür Förderung von Bund und Land in Anspruch genommen werden, so Grüne, CDU, SPD und Co.

Die Idee mit dem Konzept und der Machbarkeitsstudie hatten die Gemeinderatsfraktionen in der vergangenen Woche bei einer vom städtischen Gebäudemanagement geführten Begehung auf Einladung von Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee, Arge Stadtbild und den benachbarten Schulen.

Halbe Million Euro fürs Heizen ungenutzter Räume

2800 Quadratmeter Raum könnten nicht genutzt werden, während die vier Nachbarschulen sowie die Musikschule an der Turnseestraße unter Platznot litten, argumentieren Freiburg Lebenswert und UL. Sie folgen dabei dem Vorschlag von Bürgerverein, Arge und Schulen. Für diesen "Runden Tisch" rechnet Hans Lehmann vor: Eine halbe Million Euro habe die Stadt allein zum Heizen der leerstehenden Gebäudeteile ausgegeben, seit die Franzosen 1992 abzogen. Die Stadt hatte den Großteil des Ensembles saniert, bis das Geld ausging. Seither bekamen andere Schulprojekte Priorität.

Der Runde Tisch schlägt vor, dass der Speisesaal für Emil-Thoma-Grundschule und -Realschule, Richard-Mittermaier-Schule und Walter-Eucken-Gymnasium zur Mensa wird. 210 Grundschüler essen in Schichten im Klassenzimmer, ebenso die geistig behinderten Mittermaier-Schüler, die zudem zum Sport nach Günterstal fahren. Alle Schulen bräuchten die Mensa und fast alle mehr Platz sowie die Turnhalle als Bewegungs- und Veranstaltungsort. Dieser könnte auch Ersatz für den Maria-Hilf-Saal sein. Mit der Sanierung sehen Lehmann und die Schulen die Chance, ein digitales Lernzentrum für behinderte und nicht behinderte Schüler mit Vorbildcharakter einzurichten.