Anklage erhoben

Staufener Missbrauchsfall: Ein zweites Kind soll missbraucht worden sein

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mi, 21. März 2018 um 14:17 Uhr

Freiburg

Die Staatsanwaltschaft hat im Staufener Missbrauchsfall Anklage gegen die Mutter des neunjährigen Jungen und ihren Lebensgefährten erhoben. Das Paar soll noch ein zweites Kind missbraucht haben.

Den beiden Tatverdächtigen Christian L. und Berrin T. werden nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft unter anderem schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, schwere Vergewaltigung, schwere Zwangsprostitution sowie Verbreitung, Besitz und Erwerb kinderpornografischer Schriften zur Last gelegt.

Beiden wird vorgeworfen, sowohl alleine als auch gemeinschaftlich sexuelle Handlungen an dem Jungen vollzogen zu haben. Des Weiteren soll Christian L., mit Wissen und Billigung der Mutter, den Jungen zum Zwecke der sexuellen Handlungen verschiedenen männlichen Freiern überlassen haben. Zum Teil sollen die Mutter und der Lebensgefährte auch an Tathandlungen der Freier beteiligt gewesen sein.

Neue Vorwürfe: Dreijähriges Mädchen missbraucht

Es gibt auch neue, bislang nicht bekannte Vorwürfe. Die Anklage listet nämlich auch vier Fälle aus, in denen ein damals dreijähriges Mädchen in den Jahren 2015 und 2016 von Christian L. und Berrin T. missbraucht worden sein soll. Das Mädchen sei nicht an Freier weitergegeben worden. Die Taten sollen bei beiden Kindern teilweise videografiert und an Außenstehende übermittelt worden sein. Das Mädchen stammt aus dem Bekanntenkreis von Berrin T. und lebt im südlichen Breisgau, wie Oberstaatsanwalt Michael Mächtel auf Nachfrage der BZ erklärte.

Ob die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird, darüber wird die Jugendschutzkammer am Landgericht Freiburg entscheiden. Gegen die Mutter und den Lebensgefährten, die seit vergangenen September in Untersuchungshaft sitzen, wird in einem gemeinsamen Prozess verhandelt werden.

In dem Missbrauchsfall gibt es neben dem Staufener Paar vier weitere Angeklagte, gegen die in Freiburg vor der Jugendschutzkammer verhandelt werden wird, darunter ein 49 Jahre alter Soldat der deutsch-französischen Brigade und einen 37-jähriger Schweizer. Der erste Prozess gegen einen 41 Jahre alten Mann aus der südlichen Ortenau beginnt am 12. April. Geplant sind drei Verhandlungstage.
Breisgauer Pädophilenring

  • die 47 Jahre alte Mutter des missbrauchten Kindes, deutsche Staatsangehörige
  • der 39 Jahre alte Lebensgefährte der Mutter, deutscher Staatsangehöriger
  • ein 41-jähriger Deutscher aus dem Großraum Freiburg
  • ein 37 Jahre alter Schweizer, der in Österreich verhaftet wurde
  • ein 32-jähriger Spanier, der in seinem Heimatland gefasst wurde
  • ein 49 Jahre alter deutscher Soldat, der in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade im Elsass festgenommen wurde
  • ein 43-Jähriger aus Schleswig-Holstein, der den Jungen aus Staufen missbrauchen und foltern wollte und im Oktober in Karlsruhe verhaftet wurde
  • ein 32-Jähriger aus Schleswig-Holstein, der seine eigene Tochter missbraucht haben soll

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