Unwetter

Sturmtief Burglind hinterlässt Spuren in Freiburg

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mi, 03. Januar 2018 um 13:11 Uhr

Freiburg

Über die Stadt Freiburg ist das Sturmtief Burglind gefegt. Etliche Bäume stürzten um, der Dreisamuferradweg wurde wegen Hochwassers gesperrt – Lebensgefahr.

Auch in Freiburg hat Burglind Spuren hinterlassen: Etliche Bäume knickten um. Die Feuerwehr musste zum Beispiel in der Reutebachgasse in Zähringen einen Baum beseitigen, ein weiterer lag auf der Freiburger Straßenbahnlinie 3. Ausfälle gab es allerdings keine bei der Verkehrs-AG: Der Schaden entstand auf dem letzten Zipfel der Linie zwischen dem VAG-Zentrum auf der Haid und der Munzinger Straße, heißt es in der VAG-Zentrale: "Läuft alles."



Die Integrierte Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst blieb am Vormittag in Alarmbereitschaft: "Wir spulen derzeit unser Unwetterkonzept ab", erklärt Philipp Golecki vom städtischen Amt für Brand- und Katastrophenschutz gegen 10 Uhr. Dazu gehört zum Beispiel, dass alle regulären Disponenten zur Beantwortung des Notrufs 112 im Dienst sind. "Aber wir haben noch keine dienstfreien Disponenten alarmiert." Bis 14 Uhr sollten die Freiburger Feuerwehren 80 Einsätze haben, vor allem wegen umgestürzter Bäume und loser Ziegel.

Vor allem auf Freiburgs Hausberg Schauinsland blies der Wind. Die Schauinslandbahn konnte nicht fahren. Die Betreiber des Gasthauses Holzschlägermatte am Vormittag auf Facebook bekannt, das Lokal am Mittwoch nicht zu öffnen: "Tische und Bänke fliegen auf der Terrasse umher, Bäume sind schon umgefallen und der Sturm soll heute im Laufe des Tages schlimmer werden." Das Freiburger Forstamt sondierte vor Ort die Lage. "Es ist gerade ein Kollege unterwegs, wo das möglich ist, ohne sich selbst zu gefährden", erklärt Amtsleiterin Nicole Schmalfuß.

Die Schauinslandstraße musste nicht gesperrt, aber an zwei Stellen Bäume zersägt werden. Amtsleiterin Schmalfuß appelliert an die Freiburger: "Bei Sturm nicht in den Wald gehen und sich danach damit abfinden, dass dort nicht alles sofort geräumt wird." Stadtgebiet und Verkehrswege gehen vor.

Im Freiburger Stadtgebiet sind etliche Bäume umgestürzt, sagt Nicole Schmalfuß, die am Mittag Rückmeldung aus allen Revieren hat. Mooswald und Bergwald seien gleichermaßen betroffen. "Aber wir sind mit einem hellblauen Auge davongekommen."

Der Wind jagte zum Beispiel Bäume am Stühlinger Kirchplatz, beim neuen Rathaus, an der Straßenbahnstrecke in Landwasser und auf der Haid, auf dem Windhundrennplatz in Waltershofen, am Dietenbach in der Britzinger Straße, auf der Zufahrt zum Restaurant Dattler und am Eugen-Keidel-Bad um, wo vier Autos beschädigt wurden. Vor dem Lorettobad in der Lorettostraße ist eine große Kastanie umgestürzt und hat drei Autos unter sich begraben, meldet das Garten- und Tiefbauamt: "Es wurde glücklicherweise niemand verletzt." Die Bäume werden beiseite geräumt.
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Gesperrt werden musste indes der Dreisamuferradweg – dort herrscht bei Hochwasser Lebensgefahr. Um 11.49 Uhr überschritt der Fluss bei Ebnet den ersten Hochwassermeldepegel von 1,20 Meter. Sobald er 80 Zentimeter erreicht, wird der Radweg laut Rathaus geschlossen. Das Garten- und Tiefbauamt will die vielbefahrene Route wieder öffnen, sobald der Pegel wieder gefallen ist.

Ziegel stürzten der Polizei zufolge bei der Franziskanergasse auf den Münsterplatz. Weil dies auch beim Modegeschäft H&M drohte, wurde die Kaiser-Joseph-Straße am Durchgang zur Rathausgasse gesperrt. Markt fand auf dem Münsterplatz kaum statt. Der Bevölkerung wurde geraten, möglichst im Haus zu bleiben. "Viele Beschicker haben abgesagt", erklärte Thomas Barth von Freiburgs Marktgesellschaft FWTM. Die platzierte die wenigen Unverzagten möglichst windgeschützt hinters Münster an die Stadtbibliothek.

Burglind bereitet auch der Freiburger Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Probleme, sagt Andreas Sawatzki von der ASF auf Anfrage. Das Sturmtief wirbelt gelbe Säcke durch die Gegend und bläst zum Teil sogar Mülltonnen um. Die ASF fährt mittwochs in Haslach, St. Georgen, Weingarten, Teil der Wiehre und Vauban. "Wir haben ein paar exponierte Stellen wie die Basler Straße, die liegt voll im Wind", sagt Sawatzki. Die Müllabfuhr hat umdisponiert und fuhr erst dort, wo’s besonders schlimm ist. Die Stadtreinigung ist dabei, Säcke und Inhalt so gut es geht einzusammeln, wobei sie aber nicht auf Privatgelände darf, erklärt der Vize-Chef. Burglind werde der ASF noch einige Arbeit machen. "Es ist ein Riesenaufwand für uns."

Jetzt soll der Sturm erstmal Ruhe geben, wobei über den Schauinsland noch Böen mit Tempo 90 fegen, sagt der Wetterdienst von Forstamtschefin Schmalfuß: "Das Schlimmste ist durch, aber Donnerstagabend ist noch mal starker Wind angekündigt."

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