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19. Juli 2012

Tage, die bleiben: die Schultheatertage

DREI FRAGEN AN Paulina Essig über Workshops als "Fundus".

  1. Paulina Essig Foto: bamberger

Wie können Lehrer ihre Schülerinnen und Schüler echt verblüffen? Indem sie selber als Lernende antreten, zum Beispiel. So gibt’s bei den dritten Freiburger Schultheatertagen auch einen Workshop nur für Lehrerinnen und Lehrer. Paulina Essig, 17 Jahre, Zehntklässlerin am Rotteck-Gymnasium, hat von deren Präsentation und aus diesen Tagen viele Anregungen mitgenommen. Julia Littmann sprach mit ihr über den Lerngewinn aus dem Theater – und über die Schultheatertage. An denen nehmen in dieser Woche gut hundert Schülerinnen und Schüler teil.

BZ: Wie theaterverrückt kann man denn schon als Schülerin sein?
Paulina Essig: Sehr! Ich bin seit der 7. Klasse in der Schultheater AG – und war auch letztes Jahr schon bei den Schultheatertagen dabei. Am stärksten berührt und beeindruckt hat mich unser Vorjahresstück "Terezin". Das spielt in der Zeit des Nationalsozialismus – und diese Nähe zu diesem Thema hat eine ganz andere Wirkung als eine Geschichtsstunde im Unterricht. Plötzlich geht einen diese Zeit etwas an. Ich hatte obendrein die Hauptrolle – das war eine Riesenherausforderung.

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BZ: Nutzen für die Bewältigung solcher Aufgaben die Schultheatertage etwas?
Paulina Essig: Natürlich nutzen die etwas – das sind so intensive Tage, an denen man so viel vom Theaterbetrieb mitbekommt, Workshops bei Profis macht und sich mit anderen Theatergruppen austauscht. Diese Tage bleiben einem wie ein Fundus für die eigene Theaterarbeit, die bringt man bei späteren Produktionen ja wieder mit ein. Ein eindrucksvolles Beispiel war jetzt die Präsentation aus dem Lehrer-Workshop: Die haben ein und den selben Satz in unterschiedlichen Betonungen und Stimmungen gesprochen. Und es war ganz irre, wie stark das wirkt. So was greift man wieder auf, bestimmt!
BZ: Wer sich so mit Theater beschäftigt, will sicher später auf die Bühne...
Paulina Essig: Nee, das hab’ ich komischerweise gar nicht so, dieses Ding, ich will unbedingt zum Theater. Vermutlich auch, weil ich’s schon kenne. Aber sicher werde ich nicht einfach davon lassen, sondern weiter Theater machen. Nur: als Beruf ist mir das zu unsicher. Ich könnte Lehrerin werden. Dann würde ich sicher auch die Theater AG machen, da hab ich tolle Vorbilder! Außerdem lockt mich der Journalismus. Aber jetzt, in dieser Woche gibt’s nur rund um die Uhr Theater, Aufführungen, Workshops, Gespräche.

Die Schultheatertage wurden zur Förderung der Theaterarbeit an Schulen ins Leben gerufen und gemeinsam von Junges Theater Freiburg, Theater im Marienbad, Pakt e.V. (Bündnis freier Theater), der SchulprojektWerkstatt und dem Regierungspräsidium Freiburg getragen. Mehr unter http://www.marienbad.org

Autor: lit