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27. Januar 2011 18:37 Uhr
Grillwürstchen
Tofu von Taifun: Ökotest entdeckt Pestizide und Weichmacher
Spuren von Gentechnik, Pflanzenschutzmittel und Weichmacher: Die Zeitschrift Ökotest hat die Demeter Tofu-Bratgriller der Freiburger Firma Taifun untersucht. Das Ergebnis: ungenügend. Der Produzent wehrt sich.
Im aktuellen Heft der Zeitschrift "Ökotest" wird ein Produkt der Freiburger Firma Life Food – sie stellt unter dem Namen "Taifun" Biotofu her – mit "ungenügend" bewertet: In "Demeter Tofu-Bratgrillern mit feinen Kräutern" fanden sich bei einem Vergleichstest Spuren von Gentechnik, des Pflanzenschutzmittels Endosulfan und Weichmacher, berichtet Ökotest unter der Überschrift "Vegetarische Fleischersatzprodukte. Ein dicker Klops". Für den Test wurden 20 Produkte verschiedener Hersteller unter die Lupe genommen.
Das Unternehmen, das seinen Sitz im Gewerbegebiet Hochdorf hat, teilt mit, die im Handel befindlichen Tofu-Bratgriller seien davon nicht betroffen; eigene Untersuchungen der Sojabohnen, aus denen die Test-Tofuwürste hergestellt waren, hätten keine Spuren von Gentechnik oder Endosulfan ergeben in einer Stellungnahme (PDF, 46 KB). Warum das für die Würste verwendete Rapsöl Weichmacher enthalten habe, sei nicht mehr zu klären.
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"Wir engagieren uns seit Jahrzehnten gegen Gentechnik und für biologischen Anbau", betont Elisabeth Huber von der kaufmännischen Leitung des nach eigenen Angaben größten Biotofu-Hersteller Europas. Sie erklärt die Messergebnisse so: Die gentechnisch veränderten Bestandteile, die Ökotest gemessen hat, sind deutlich kleiner als 0,1 Prozent; der gesetzlich erlaubte Wert liegt bei 0,9 Prozent.
Es sei möglich, dass die gentechnikfreien Sojabohnen von Taifun zum Beispiel beim Transport mit Staub in Berührung gekommen sei, der gentechnisch veränderte Organismen transportiert hat – selbst mit aufwändigsten Kontrollen könne man das nicht verhindern. "Hier bewegen wir uns in einem Feinstbereich", so Huber.
Bei Endosulfan erbrachte der Test 0,02 Milligramm Pflanzenschutzmittel pro Kilogramm; gesetzlich erlaubt sind 0,5. Dennoch: "Wären unsere eigenen Untersuchungswerte in dieser Höhe gewesen, hätten wir diese Sojabohnen nicht eingesetzt", erklärt Life Food. Endosulfan ist in Brasilien, wo die Sojabohnen herkommen, in der konventionellen Landwirtschaft erlaubt; der Wirkstoff könnte sich dort auch über den biologischen Flächen der Sojabohnenbauern verteilt haben.
Der Weichmacher, der gefunden wurde, war im verarbeiteten Demeter-Rapsöl, das Life Food vom nordrhein-westfälischen Hofgut Körtlinghausen bezieht. Erklären, woher der Weichmacher kommt, konnte das Hofgut nicht: Es handle sich wahrscheinlich "um einen bedauerlichen und nicht zu klärenden Einzelfall" (PDF, 76 KB). Das sieht auch Elisabeth Huber von Life Food so: "Ausschließlich diese eine Charge war betroffen – es ist ein Rätsel. Zur Sicherheit untersuchen wir jetzt in unseren akkreditierten Laboren jedes Öl." Bislang, so Huber, hätten wenige Kunden auf den Artikel reagiert, auch habe Life Food deswegen keine Absatzschwierigkeiten.
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Autor: Simone Lutz
