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01. April 2009
Wahr oder unwahr?
Tunnelpapst Zaengli fordert: "Die Kurve muss weg"
Sie ist Freiburgs Unfallschwerpunkt Nummer eins: Die Ausfahrtkurve am Schützenalleetunnel wurde manchem Autofahrer zum Verhängnis. Damit ist Schluss. Denn die Kurve soll für rund 12 Millionen Euro begradigt werden.
Sie ist Freiburgs Unfallschwerpunkt Nummer eins: Die Ausfahrtkurve am Schützenalleetunnel wurde manchem Autofahrer und vielen Autofahrerinnen zum Verhängnis. Damit ist Schluss. Denn das Land Baden-Württemberg reagiert nun endlich. Ministerpräsident Günther Oettinger hat in einer seiner Basta-Entscheidungen festgelegt, dass die Kurve begradigt wird. Alles geht jetzt ganz schnell: Heute, 11 Uhr, wird das Land beim 1. Freiburger Tunnel-Tag auf dem Maria-Hilf-Platz die Pläne vorstellen.
Der Tunnelumbau soll 12 Millionen Euro kosten und noch in diesem Monat beginnen (die BZ berichtete). Zur Finanzierung werden die Autofahrer zur Kasse gebeten – nach Ende der Umbauarbeiten wird eine Tunnelmaut erhoben. 10 Cent pro einfacher Fahrt zahlen Autofahrer aus Freiburg-Stadt, nur 15 Cent Fahrer aus dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald. 75 Cent muss berappen, wer ein EM- oder VS-Kennzeichen hat. 50 Cent zahlen alle anderen Autofahrer. So steht es in nicht öffentlichen Unterlagen, die der BZ vorliegen. Der ADAC bezeichnete die Maut als "grob autofahrerfeindlich". Die Bild-Zeitung berichtete gestern gar von einer Autofahrer-Demo und warnte vor Ausschreitungen und Plünderungen.
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Wie die Staatskanzlei in Stuttgart mitteilte, kam die Idee zum Tunnelumbau von der Frauenbeauftragten der Stadt Freiburg, Ursula Knöpfle, die sich hoch besorgt wegen der anhaltenden Unfallserie von Autofahrerinnen an den Landesvater gewandt hatte. Das Garten- und Tiefbauamt unterstützte die Forderung und konnte ein Gutachten des Schweizer Professors Urs Zaengli von der ETH Zürich liefern. Er ist weltweit bekannt als der Tunnelpapst. Zaengli hat ausgerechnet, dass der Kurvenradius "völlig untypisch für die Tunnel in Westeuropa" sei. Er empfahl ohne Wenn und Aber: "Die Sache muss begradigt werden, besser heute als morgen", so Zaengli erschrocken.
"Wir sanieren locker sieben Brücken gleichzeitig, da kann doch das Land wenigstens mal einen Tunnel in Ordnung bringen", schrieb der Erste Bürgermeister Otto Neideck in aller Deutlichkeit nach Stuttgart. Der Protest aus Freiburg hat schnell gewirkt: Das Land handelt sofort. Mit der ungeliebten Tunnelmaut müsse man wohl leben, so die Rathausspitze. "Wir sehen das als eine Art Umweltabgabe", so Oberbürgermeister Dieter Salomon. Erst müsse aber noch der Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee gehört werden: "Wenn die dagegen sind, ist die Sache gestorben", so der OB. Ministerpräsident Oettinger soll als weiteres Zuckerl zugesagt haben, dass im Zuge des Tunnelumbaus die ersten fünf Meter Stadttunnel schon gebaut werden.
Ein zweiter Verhandlungserfolg wird gemeldet: Die Stadt hat durchsetzen können, dass es für Autofahrer aus Freiburg 10 000 Maut-Gutscheine gratis gibt. Diese sollen heute um 11 Uhr beim ersten Tunneltag ausgeteilt werden (maximal 10 Stück pro Autofahrer). Auch Professor Zaengli wird erwartet.
Autor: ok, "Kommentar"
