Interview

U-19-Kapitän Christian Günter: „Natürlich hat man das Ziel, Profi zu werden“

Thomas Goebel

Von Thomas Goebel

Fr, 11. Mai 2012

Freiburg

BZ-INTERVIEW mit Christian Günter, Kapitän der U-19 des SC Freiburg, der am Samstag in Berlin im Pokalfinale steht.

Finale! Am Samstag hat Christian Günter die Chance, zum zweiten Mal hintereinander mit der A-Jugend des SC Freiburg den DFB-Junioren-Vereinspokal zu gewinnen. Am Donnerstag nach dem Nachmittagstraining machte sich das Team auf den Weg nach Berlin. Vorher stellte Thomas Goebel dem 19-jährigen Abwehrspieler und Kapitän der Finalisten noch schnell ein paar Fragen.

BZ: Herr Günter, sind Sie auch beim zweiten Mal im Pokalfinale noch nervös?

Christian Günter: Natürlich ist man nervös, aber die Wörter Anspannung oder Vorfreude passen besser. Das Finale ist der Höhepunkt unserer Saison – auch wenn wir in der Liga noch die Möglichkeit haben, vielleicht sogar auf den ersten Platz zu rutschen. Aber die Reise nach Berlin ist einfach ein großes Erlebnis.

BZ: Werden Sie im Umfeld oder in der Stadt auf den Erfolg angesprochen?

Günter: Ich komme ja aus Schramberg-Tennenbronn – in Freiburg bin ich nicht so viel unterwegs, da werde ich auch nicht angesprochen. Aber im Umfeld in Tennenbronn, in der Nachbarschaft, auch dort im Sportverein, wo mein Vater Jugendtrainer ist, da wissen die Leute das schon, da ist das Thema. Und alle Spieler haben natürlich Eltern mit einem großen Interesse an der Mannschaft. Viele kommen auch mit nach Berlin.

BZ: Sie schließen gerade Ihre Ausbildung zum Industriekaufmann ab. Wie geht das mit dem intensiven Training beim SC zusammen?

Günter: Mein Chef kommt mir da häufig entgegen, wenn ich nachmittags Training haben, kann ich zum Beispiel etwas früher anfangen, so dass ich auf meine Stunden komme und trotzdem rechtzeitig in Freiburg bin. Das ist ja auch immer eine lange Fahrt. Es ist aber nicht so, dass ich deshalb etwas erlassen bekomme in der Berufsschule oder im Betrieb.

BZ: Wenn man so intensiv trainiert und erfolgreich spielt, ist Fußball dann noch ein Hobby – oder auch ein Berufswunsch?

Günter: Ich verbringe eigentlich meine gesamte Zeit, die ich neben der Ausbildung zur Verfügung habe, beim SC in der Fußballschule. Die Vorbereitung findet oft in den Schulferien statt – dann können wir zwar nicht in Urlaub fahren, haben aber die Möglichkeit, uns voll auf den Sport zu konzentrieren. Fußball ist für mich schon wesentlich mehr als ein Hobby. Natürlich hat man das Ziel, Profi zu werden. Durch Herrn Streich und den Erfolg einiger Spieler aus der Fußballschule macht man sich schon seine Gedanken. Man weiß aber auch, dass die meisten es nicht schaffen.

BZ: Und wer gewinnt am Samstag?

Günter: Berlin ist stark – aber im Pokal kann alles passieren.