Und ewig grüßt das Hallenkonzept

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Fr, 06. April 2018

Freiburg

Bei der Auslastung der Schulsporthallen hat sich vieles verbessert / Online-Portal im Sommer.

FREIBURG. Über Platzmangel in Freiburgs Sporthallen gab es jahrelang Klagen von Vereinen und Gruppen. Inzwischen hat sich einiges getan und ein öffentlicher Belegungsplan zeigt, dass es viele freie Zeiten gibt. Aber ein Onlineportal, über das Sportler auch direkt buchen können, gibt es noch immer nicht – dabei ist bereits seit sechs Jahren davon die Rede.

In der Jahn-Sporthalle ist alles dicht, in der Halle des Rotteck-Gymnasiums auch. Aber die Schönbergschule hat dienstags von 14 bis 17 Uhr eine Lücke, und in der Reinhold-Schneider-Schule ist jeden Tag etwas frei, meist von 17 bis 18 Uhr und sonntags sogar komplett. Freie Kapazitäten in den 60 kleinen und großen Schulsporthallen der Stadt sind auf deren Internetseite auf einen Blick zu sehen. Wer buchen will, muss anrufen. Das ist schon viel besser als 2011 bis 2015, dem Höhepunkt der Debatte um Hallenengpässe.

Es hat einige Verbesserungen gegeben, sagt Johannes Gröger von den Freien Wählern: "Aber es ist bei weitem nicht so, wie es sein sollte." Die Freien Wähler hatten immer wieder nachgehakt und forderten zuletzt 2016 eine transparentere Hallenverwaltung und ein Online-Tool: "Und ewig grüßt das Hallenkonzept." Sie schätzen, dass es 25 Prozent mehr Nutzung geben könnte. Schon vor zehn Jahren machte der Platzmangel Schlagzeilen. Die Nachfrage nahm zu, aber auch das Mittagsangebot an Schulen.

Gerolf Staschull ging die Sache grundsätzlich an

Nicht alle Vereine kamen unter, es gab Aufnahmestopps und im Rieselfeld sogar Seniorengymnastik im Saal der Kirche. Die Hallen waren zu 90 bis 100 Prozent ausgelastet, so die Verwaltung.

Sie ist schon länger dabei zu Optimieren, 2011 übernahm das Gebäudemanagement die Vermietung vom Schulamt, die Verträge wurden schlanker und die Belegungspläne digital geführt. Grundlegend ging die Sache aber erst Gerolf Staschull an: Der frühere Freie-Wähler-Chef klapperte 30 Hallen ab und fand Leerstand. Die meisten Schulen nutzten ihre reservierte Zeit nicht bis 18 Uhr und manche Vereine ihre Termine nicht das ganze Jahr. Nach Staschulls Tod 2013 setzte niemand sein Ehrenamt fort, aber seine Erkenntnisse waren eindeutig, fand die Verwaltung. Diese flossen ins Konzept ein.

Dadurch stehen Vereinen zum Beispiel bereits mehr als 30 Hallen ab 17 Uhr zur Verfügung, sagt Rathaussprecher Toni Klein. Die Verbesserungen haben Erfolg: "Es stehen keine großen Antragsteller vor der Tür." Und für kleine Gruppen gebe es Platz – "auch zu begehrten Zeiten". Das Online-Portal wollen die Gebäudemanager im Sommer vorstellen, sagt Klein und erklärt zum Verzug: Erst sei jahrelang die Finanzierung nicht gesichert gewesen, dann habe es Schwierigkeiten bei der Umsetzung gegeben. Das Tool soll frei zugänglich und ans Sportportal angebunden sein. "Damit werden wir das Vermächtnis von Gerolf Staschull erfüllen."

Belegungsplan und Sportportal finden Sie unter http://mehr.bz/hallen-fr