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16. Februar 2011 19:25 Uhr
Seitenwechsel
Uniklinik und Bauer: Keine Werbung fürs Screening
Mit dem Kooperationsvertrag mit der Uniklinik Freiburg lässt der Screeningbeauftragte Michael Bauer die notwendige Sensibilität vermissen, die das Mammografieprogramm verlangt.
Mehr Sicherheit vor Brusttumoren, eine kostenlose Früherkennung, hochgradige Qualitätskriterien, was war den Frauen nicht alles beim Start des Mammografieprogramms versprochen worden. Ein für viele unbestritten lebensrettendes Angebot, das allerdings nicht auf das erhoffte Interesse stößt. 60 000 Frauen werden jedes Jahr in Südbaden angeschrieben, 20 000 nehmen die Einladung wahr – wenn sich diese Zahl nicht bald verdoppelt, könnte die Förderung entfallen. Ein Grund mehr, bei diesem Thema höchste Sensibilität walten zu lassen. Eine Sensibilität, die man nun bei dem Seitenwechsel des Screeningbeauftragten Bauer vermisst. Der witterte einst offensichtlich auch schnell die ökonomischen Potenziale des staatlichen Früherkennungsprogramms und lässt sich jetzt die Schlüsselstellung, die er als Screeningverantwortlicher in der Region besitzt, von der Uniklinik versilbern. Den Ärger, den diese sich damit bei den niedergelassenen Kollegen einhandelt, würde sich die Klinik sicherlich ersparen – wenn man nicht auf sogenannte Patientenströme hoffen würde. Noch problematischer ist aber, dass eine Klinik und ein Operateur mit dem Mammografieprogramm nichts zu tun haben sollten. Jeder Hauch eines Verdachts, hier könnte sich jemand die eigenen Patientinnen zurecht diagnostizieren, kann der Sache nur schaden. Denn fest steht eines: So kann man keine Frau zu einem Screeningcheck motivieren.
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Autor: Michael Brendler
