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27. April 2011

United World College: Eine weitere Säule der Toleranz

United World Colleges wollen auch in Freiburg Jugendliche aus aller Welt zusammenbringen.

Wenn das United World College 2014 in Freiburg eröffnet, wird es das 14. weltweit, aber das erste in Deutschland sein. Dabei ist es ein Heimspiel für die Idee der internationalen UWC-Bewegung. Sie stammt vom deutschen Pädagogen Kurt Hahn – kein Unbekannter in der Gegend: Der Reformlehrer jüdischen Glaubens hatte die Internatsschule Birklehof in Hinterzarten gegründet, bevor er 1933 emigrierte. Auch das Internat Schloss Salem hatte er mit aufgebaut.

Als erstes UWC entstand vor fast 50 Jahren das Atlantic College in Wales. Es folgten bislang zwölf weitere auf fünf Kontinenten, zum Beispiel in Singapur, Norwegen und Swasiland. In jedem Land gibt es nur ein United World College. Freiwillige Arbeit soll anderen zugute kommen, in Wales gibt es zum Beispiel Seenotrettung. Schirmherr der internationalen UWC-Organisation ist Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. Die Erziehungsbewegung will begabte Jugendliche aller Nationalitäten, Kulturen und Schichten zusammenbringen. Sie sollen zwei Jahre lang zusammen leben und lernen. "Da entsteht ein unglaublicher Mikrokosmos", sagte gestern Jens Waltermann, Chef der Deutschen UWC-Stiftung. Deren Ziele sind Völkerverständigung, Toleranz und Nachhaltigkeit, auch um Konflikte zu vermeiden. Waltermann absolvierte das College in Kanada. Ehemalige wie er engagieren sich in 126 Nationalkomitees, die die Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren auswählen – nach Eignung und Begabung, sagte Waltermann. "Es müssen keine Einserschüler sein, aber Engagement und Begeisterung mitbringen."

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Standortvorteil Green City

Geld soll dabei keine Rolle spielen. Die Komitees sammeln Spenden für Stipendien, wie hoch diese ausfallen, richtet sich nach den Einkommen der Eltern. In Freiburg soll auch die Stadt als Beitrag Stipendien in das Projekt einbringen. Abschluss am United World College ist das International Baccalaureate, das auch als Abitur anerkannt wird.

Auch die Lehrer kommen aus aller Welt, sie unterrichten auf Englisch. In Freiburg soll auch Deutsch Pflichtfach sein. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich auch an diesem Standort außerhalb des Unterrichts sozial engagieren. 50 der 200 Plätze für die Klassen elf und zwölf in der Kartaus werden für Deutsche reserviert. Ein besonderer Schwerpunkt soll in der Ausbildung auf Nachhaltigkeit und Umwelttechnik liegen. Dementsprechend ist geplant, die Kartausgebäude energetisch zu modernisieren.

Die "Green City" hat mit ihrem Know-how etwa über Solarenergie und ihrer Lage im Dreiländereck einen Standortvorteil. "Wir wollen mit Forschungseinrichtungen und der wachsenden grünen Wirtschaft in Freiburg eng zusammenarbeiten", kündigte Jens Waltermann an. Die Schüler könnten Einblicke in den Bedarf ihrer Heimatländer geben und Lösungen zurücktragen.

Mehr Infos über die United World      Colleges unter http://www.uwc.de

Autor: sh