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12. Januar 2010

Viel mehr als Sushi und Ikebana

Leute in der Stadt: Shigeko und Yukiyasu Maeda pflegen die deutsch-japanische Freundschaft

  1. Yukiyasu und Shigeko Maeda Foto: Thomas Kunz

Für frischen Fisch ist Shigeko Maeda anfangs bis nach Frankreich gefahren. "Es war schwierig, in Freiburg gute Ware zu bekommen, also haben wir ihn aus Colmar geholt", erinnert sich die 63-Jährige, die vor 36 Jahren nach Freiburg zog. Ihr Mann Yukiyasu hatte eine Stelle als Cellist beim Orchester des Theaters Freiburg angetreten, sie reiste mit – aus Liebe, und weil der Schwiegervater von Deutschland geschwärmt hatte. Fremde Sprache, fremde Kultur, fremde Mentalität – dass den Maedas der Wechsel recht leicht gefallen ist, lag auch daran, dass ihre Heimatstadt Kamakura Freiburg ähnelt. "Beide sind grün, historisch und etwa gleich groß", sagt Yukiyasu Maeda. "Freiburgs einziges Manko ist das fehlende Meer, denn Kamakura ist eine Hafenstadt."

Um schnell Anschluss zu finden, pflegten Shigeko und Yukiyasu Maeda ihre Hobbys: Sie gab an der Volkshochschule Ikebana-Kurse, er spielte Tennis und machte Kammermusik mit Kollegen. "Das Miteinander im Orchester war damals noch viel familiärer als heute", erinnert sich der 64-Jährige. Die Freundschaften, die damals geknüpft worden sind, halten teilweise noch immer, Shigeko Maeda hat heute noch Kontakt zu Teilnehmern aus ihren ersten Kursen.

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In Japan hat Shigeko Maeda als Dolmetscherin für Englisch und Japanisch gearbeitet, in Freiburg führt sie das fort und lässt sich zudem zur Stadtführerin ausbilden. Nach und nach ergibt sich ein intensiverer Kontakt zur Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe (FWTM), wo sie recht schnell zur Japanbeauftragten wird und sich bis heute um die japanisch-deutschen Beziehungen vor allem beim Thema Umweltpolitik kümmert. "Als ich anfing, war das Thema Umweltschutz gerade ganz groß, da war es natürlich spannend zu gucken, inwiefern sich Freiburgs Erfahrungen auf japanische Verhältnisse übertragen ließen", erzählt die Mutter dreier erwachsener Kinder.

Dem Ehepaar Maeda ist es auch zu verdanken, dass Freiburg mit Matsuyama eine japanische Partnerstadt hat. Die Städtefreundschaft wurde 1988 unterzeichnet, Yukiyasu Maeda ist heute der erste Vorsitzende der Freiburg-Matsuyama-Gesellschaft. Das Paar hat internationale Umweltfachleute auf Freiburg-Besuch betreut, sich um japanische Austauschstudenten gekümmert und immer wieder neue Kontakte zwischen den Bürgern der beiden Partnerstädte angeregt.

So viel Engagement ist auch in Japan nicht verborgen geblieben. Das japanische Außenministerium hat die Maedas jetzt dafür geehrt, dass sie sich so für die japanisch-deutsche Verständigung einsetzen. Der japanische Generalkonsul Junichi Kosuge kam dafür extra nach Freiburg gereist.

Wer eine japanische Partnerstadt hat, der braucht auch ein japanisches Restaurant – dachte sich der damalige Oberbürgermeister Rolf Böhme, der schon den Anstoß für die Matsuyama-Partnerschaft gegeben hatte, und schlug den Maedas vor, doch ein stilechtes Sushi-Restaurant zu eröffnen. "Wir wollten, dass das erste japanische Restaurant in Freiburg unbedingt Niveau hatte", erinnert sich Shigeko Maeda. Das haben sie geschafft. Das 1999 gegründete "Basho An" am Predigertor zählt heute zu den besten japanischen Restaurants in Deutschland. "Und den guten frischen Fisch, den kriegt man inzwischen auch in Freiburg", sagt Shigeko Maeda und lacht.

Autor: Claudia Füßler