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30. Januar 2009
Viel mehr Arbeit für die Feuerwehr
Einsätze der Feuerwehr haben 2008 um 20 Prozent zugenommen / Stadtbrandmeister Bernd Schönewald erhält hohe Auszeichnung.
Es war ein arbeitsreiches Jahr für die Freiwillige Feuerwehr in Freiburg: Zu insgesamt 323 Einsätzen mussten die 17 Abteilungen im Jahr 2008 ausrücken – das sind 20 Prozent mehr Einsätze als im Jahr davor, berichtete Stadtbrandmeister Bernd Schönewald. Insgesamt leisteten die 409 Wehrmänner und sechs Wehrfrauen plus Musikzug und Altersabteilung rund 29 000 Stunden ehrenamtlich Arbeit. "Das entspricht 15 Vollzeitstellen", so der Stadtbrandmeister in der Wehrversammlung am Mittwochabend.
88-mal musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr zu Bränden ausrücken – das ist der höchste Wert seit 2004. Spektakulärstes Ereignis war der Großbrand bei der Metzgerei Gruninger im Dezember, bei dem alle 17 Abteilungen im Einsatz waren. Wie immer ist der größte Teil des Dienstes auf Ausbildung und Übungen entfallen – rund 23 000 Stunden. Schönewald freute sich über die starke Jugendfeuerwehr mit 187 Wehrleuten, darunter 29 jungen Wehrfrauen. "Im Gegensatz zu anderen Wehren im Land haben wir keine Nachwuchsprobleme", so der Stadtbrandmeister. Unzufrieden zeigte er sich allein mit der Zahl der Unfälle. Fünf Feuerwehrleute hatten sich im vergangenen Jahr im Einsatz verletzt, neun weitere bei Übungen: "Das ist zu viel."Werbung
Eitel Sonnenschein herrscht – nach einem kräftigen Zwischentief vor zwei Jahren – längst wieder zwischen Feuerwehr und Stadtverwaltung, nach dem der Investitionsstau kontinuierlich abgearbeitet wird, was Bernd Schönewald sehr lobte. Er zählte das neue Gerätehaus in der Urachstraße auf, ebenso die neuen Feuerwehrfahrzeuge, die demnächst an die Abteilungen Oberstadt, St. Georgen und Ebnet ausgeliefert werden. Und der Stadtbrandmeister lobte den Einsatz des Feuerwehrdezernenten Otto Neideck: Der sei bei den großen Einsätzen stets vor Ort: "Und das nicht für Minuten, sondern für Stunden."
Neideck selbst hatte viel Lob für die Feuerwehr parat, die im vergangenen Jahr viele schwierige Einsätze habe bewältigen müssen. Er kündigte für den April die Grundsteinlegung für den Ausbau der Hauptfeuerwache mit integrierter Leitstelle an, bei der auch Freiwillige Abteilungen eine neue Heimat finden werden. Neideck sagte: "Wir wissen, die Liste der Notwendigkeiten ist lang, wir arbeiten sie Schritt für Schritt ab."
Ralf-Jörg Hohloch, Leiter des Amtes für Brand und Katastrophenschutz, blickte auf die demografische Entwicklung und die Zukunft der Feuerwehr: "Wir müssen bei der Jugendarbeit am Ball bleiben", meinte er. Die Investitionen der Stadt seien gut angelegt und auch wichtig für die Wehren: "Das erhöht die Motivation."
Und dann hatte Hohloch noch eine Überraschung parat. Für Bernd Schönewald – seit 37 Jahren Feuerwehrmann, seit zehn Jahren der Chef der Freiwilligen Wehren – gab es eine besondere Ehrung. Schönewald scheidet zum Jahresende aus seinem Amt. Gerhard Lai, Kreisbrandmeister des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald, überreichte dem Stadtbrandmeister das Feuerwehrehrenzeichen in Gold, die höchste Auszeichnung, die der Feuerwehrverband zu vergeben hat. "Sie sind mit jeder Faser Feuerwehrmann", meinte der Erste Bürgermeister Otto Neideck. Und Branddirektor Hohloch ("So einen wie Sie müssen wir erst einmal wieder finden") überreichte Schönewald ein Badisches Landeswappen aus der Majolika Manufaktur Karlsruhe – die Überraschung mit der Ehrung war jedenfalls gelungen. Der Feuerwehrmusikzug spielte das Badnerlied – 400 Feuerwehrleute sangen mit und bildeten so Freiburgs größten (fast reinen) Männerchor. Für den heiteren Ausklang des Abends sorgte der Schwabe Ralf-Jörg Hohloch mit einem Badener-und-Schwabenwitz, bei dem nicht durch die Ehrengäste, Alt-OB Rolf Böhme und Bürgermeister a. D. Hans-Jörg Seeh, Tränen lachten.
Autor: Joachim Röderer
