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14. Dezember 2013

Viele wirken mit am Buch: Mittelalter in Freiburg

"Auf Jahr und Tag" – feierlich präsentiert und hochspannend.

  1. Ab sofort für 26 Euro zu kaufen: „Auf Jahr und Tag“. Foto: Repro: Schneider

Zwar warnt der Volksmund vor den Folgen vieler Beteiligter an einem Werk – ganz anders aber als die Köche und ihr Brei, haben nun dreizehn Fachleute ein Buch gemacht, das geardezu ein Loblied auf Synergien ist. Am Donnerstag stellten die drei Herausgeber, zehn Autorinnen und Autoren und andere Beteiligte das neue Buch "Auf Jahr und Tag" im Parlersaal der Münsterbauhütte vor. Auf rund 200 ebenso lesenswerten wie überaus lesbaren Seiten, wird darin ein hochspannendes Tableau von Freiburgs mittelalterlicher Geschichte gezeigt.

Entstanden ist das schöne Buch "Auf Jahr und Tag" quasi als Verschriftung der gleichnamigen, üppig besuchten Vortragsreihe im vergangenen Wintersemester. Die hatten sechs Einrichtungen gemeinsam bestritten: das Alemannische Institut, die Abteilung Landesgeschichte des Historischen Seminars an der Universität Freiburg, der Landesverein Badische Heimat, der Breisgau-Geschichtsverein "Schau-ins-Land", das Stadtarchiv Freiburg und der Freiburger Münsterbauverein. Jeweils ausgehend von geschichtsträchtigen Datum, wurden da einem breiten Publikum erstaunliche Einsichten in die Entwicklung Freiburgs von der Gründung der Stadt bis zur Einweihung des Münsterchores gewährt.

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Drei Herausgeber haben sich um darum gekümmert, diese Vorträge in unterhaltsame Kapitel eines Lese-Buchs übertragen zu lassen: Jürgen Dendorfer vom Historischen Seminar, Hans-Peter Widmann vom Stadtarchiv und – von Festredner Sven von Ungern-Sternberg "als das operative Herz dieses ganzen Unterfangens" gelobt, Johanna Regnath vom Alemannischen Institut. Und: das Buch startet die neue Schriftenreihe des Rombach Verlags "Schlaglichter regionaler Geschichte", die Verlagsleiter Torang Sinaga mit dieser Buchpräsentation vorstellte.

Heinz Krieg hat über die Stadtgründung geschrieben, Eva Maria Butz über das Aussterben der Zähringer, Mathias Kälble berichtet darüber, wie die Bürger an die Macht drängen und die Zahl der Ratsherren verdoppeln, Peter Kalchthaler bietet einen Parforceritt durch die Geschichte der Freiburger Fasnet, die 1283 erstmals urkundlich erwähnt ist. Dieter Speck erzählt wie Freiburg habsburgisch wurde, Heiko Steuer macht die Silbergewinnung im Freiburger Bergbau anschaulich, Heinrich Schwendemann beschreibt jüdisches Leben im mittelalterlichen Stadtgeschehen zwischen Vertreibung und Niederlassungsrecht. Die Unigründung ist Dieter Mertens’ Thema und Ulrich Ecker widmet sich der Versammlung des Reichstags in Freiburg. Yvonne Faller und Stefanie Zumbrink schließlich haben die Weihe des Münsterchors beforscht und beschrieben. Und dass der elfjährige Frederic Loboda die Präsentation mit hinreißendem Klavierspiel umrahmte, ließ wiederum an das Glück vieler Mitwirkender an einem gemeinsamen Werk denken.

Autor: lit