Wahlkreis Freiburg-Ost

Von Gayling kandidiert für den Landtag

Doreen Fiedler

Von Doreen Fiedler

So, 25. Juli 2010 um 16:21 Uhr

Freiburg

Nikolaus von Gayling-Westphal geht als FDP-Kandidat für den Wahlkreis Freiburg-Ost in den Landtagswahlkampf 2011. Der 68-jährige Forstwirt erhielt bei der Wahlkreiskonferenz am Samstag in seinem Schloss in Ebnet 16 der 17 abgegebenen Stimmen.

Nikolaus von Gayling-Westphal geht als FDP-Kandidat für den Wahlkreis Freiburg-Ost in den Landtagswahlkampf 2011. Der 68-jährige Forstwirt erhielt bei der Wahlkreiskonferenz am Samstag in seinem Schloss in Ebnet 16 der 17 abgegebenen Stimmen. Als Ersatzbewerber wählte die FDP-Basis Rudolf Gwinner.

Heimspiel für den Ebneter Schlossherrn: In seiner alten Schlossscheune empfing Nikolaus von Gayling eine kleine Runde von Parteifreunden zur FDP-Wahlkreiskonferenz mit anschließendem Sommerfest. In vertrauter Atmosphäre wählten ihn die Stimmberechtigten ohne Gegenstimme und mit nur einer Enthaltung zu ihrem Landtagskandidaten im Wahlkreis 46, zu dem die östlichen Stadtbezirke der Stadt Freiburg, der Ostteil des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald sowie Teile des Landkreises Waldshut gehören. "Ich habe mich nicht zu der Kandidatur gedrängt. Aber wenn es der Partei schlecht geht, müssen die alten Hasen ran”, erklärte der 68-Jährige nach seiner Wahl mit Blick auf niedrigen Umfragewerte der FDP. Sein Engagement empfinde er als eine Pflicht. "Es ist eine alte Tradition meiner Familie, zu dienen”, sagte von Gayling, der auch stellvertretender Vorsitzender des badischen Adelsverbandes ist.

Klares Bekenntnis zur Windkraft

Bei seiner Vorstellung machte sich von Gayling, der Inhaber eines Forstbetriebs mit 1400 Hektar Land ist, vor allem für die Akzeptanz von Windkraftanlagen stark. Die bereits aufgestellten Windräder in seinem Ortsteil Ebnet seien "gar nicht so schrecklich” und durchaus eine Alternative für den Schwarzwald. Ebnet produziert laut von Gayling doppelt so viel Energie, wie es verbraucht. Ein weiteres Steckenpferd des Musikliebhabers ist die Kultur, zu deren Förderung er gerade zum 6. Mal den Ebneter Kultursommer ausrichtet. Außerdem machte von Gayling klar, dass er "überhaupt keine Berührungsängste” mit anderen Parteien habe. Auf lokaler Ebene habe er bereits sehr gut mit den Grünen und der Grünen Alternative Freiburg (GAF) zusammengearbeitet. Der in Göttingen geborene, aber in Freiburg aufgewachsene von Gayling gehört seit 2009 dem Freiburger Stadtrat an. Die Landtagskandidatur ist das erste landespolitische Engagement von Gaylings.

Als Ersatzbewerber wurde Rudolf Gwinner mit 14 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen nominiert. Der Realschullehrer aus Löffingen bezeichnete sich als "Graswurzeldemokraten”: Die Politik brauche "Leute, die sich in den Kommunen auskennen und sich dort engagieren”. Er selbst bringt sich vor allem in der Fasnet und der Leichtathletik ein, außerdem ist er Stadtrat und Bürgermeisterstellvertreter in Löffingen. Zu seinen Anliegen gehören die Neuordnung des Länderfinanzausgleichs, das neue Parkhaus am Feldberg, der Freiburger Stadttunnel und der Falkensteigtunnel sowie ein "g’scheiter Milchpreis”.