Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

25. September 2008

Vor und hinter den Masken

Der Maskenbildner: Michael Shaw kümmert sich nicht nur um Perücken und ums Schminken

  1. Maskenbildner Michael Shaw Foto: Ingo Schneider

Der Kopf in den Händen von Maskenbildner Michael Shaw ist fast fertig, was noch fehlt, ist die Bemalung. So ganz blass sieht der augen- und haarlose Kopf ein bisschen gruselig aus. In zwei Szenen von "Berlin Alexanderplatz" wird sich Schauspieler Martin Weigel – er spielt die Hauptfigur Franz Biberkopf – diese Maske wie eine Mütze überstülpen. Der Biberkopf-Kopf ist bei "Berlin Alexanderplatz" die aufwendigste und am schwierigsten herzustellende Maske, zwei Wochen dauert ihre Anfertigung. Und es ist nicht die einzige: In der Inszenierung von Regisseur Thomas Krupa trägt jeder Schauspieler eine Maske. Die sind sehr unterschiedlich, erklärt Shaw. "Wir haben auch eine Tweety- und eine Goofy-Maske dabei. Die sind gekauft. Und eine Maske, die einfach aus einem fotokopierten Affengesicht besteht." Insgesamt stehen bei "Berlin Alexanderplatz" nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Döblin neun Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Sängerin Nicole Chevalier auf der Bühne, fast alle spielen sie mehrere Rollen.

Shaw erklärt, wie dabei seine Arbeit aussieht. Zunächst schaut sich der Maskenbildner an, wie der Schauspieler die betreffenden Szenen ohne Maske spielen würde, dabei achtet er auf die Mimik. Dann nimmt er einen Gipsabdruck von dessen Kopf, modelliert diesen und hält immer wieder Rücksprache mit Kostümbildnerin Valerie von Stillfried, ehe er einen Abdruck des Modells macht und dieses mit Weichschaum ausschäumt. "Man kann glücklich sein, wenn es beim ersten Versuch klappt", sagt Chefmaskenbildner Shaw, "der Schaum hat seine Tücken." Neben künstlerischen sind auch praktische Aspekte zu berücksichtigen: So muss er darauf achten, dass der Schauspieler unter der Maske gut zu verstehen ist, genug Luft zum Atmen hat und gut hören kann.

Werbung


Mit einer einzigen Biberkopf -Maske ist es nicht getan. Der Kopf wird mehrfach reproduziert. Denn: "So eine Schaummaske leidet", weiß der 48-Jährige, "die erste ist schon arg mitgenommen".

Autor: fz