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18. September 2013

Vorsicht ist die Mutter der Internet-Wahlkiste

Der Webdesigner Philip Zimmer hat die Online-Auftritte der Kandidatin und der Kandidaten im Wahlkreis 281 unter die Lupe genommen.

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  2. Der Twittervogel wird nicht von allen Kandidaten gefüttert. Foto: PR

Nicht nur an Wahlkampfständen und Veranstaltungen werben Politiker zurzeit um die Stimmen der Wähler. Auch online gehen die Kandidaten auf Stimmenfang. Philip Zimmer, der in Freiburg als Webdesigner arbeitet, hat für uns den Internetwahlkampf der Direktkandidaten im Wahlkreis 281 Freiburg analysiert. "Entscheidend ist die Interaktion mit den Wählern", sagt der Internet-Fachmann. "Am Stand in der Fußgängerzone ist der Politiker greifbar, das geht auch online."

Der Mandatsträger
Der SPD-Kandidat Gernot Erler gibt sich auf seiner Homepage staatstragend. Den Besucher begrüßt der profilierte Außenpolitiker viersprachig – russisch inklusive. Oben auf der Seite thront die Kuppel des Reichstags. Die Botschaft ist klar. Hier informiert einer über seine Tätigkeit als Abgeordneter, von Wahlkampf ist nicht viel zu sehen. Nur in der Rubrik Termine weist Erler auf die anstehenden Auftritte hin. "Mir ist das ein bisschen zu viel; sehr lange Texte, viele Menüpunkte." Philip Zimmer würde sich einen schlankeren Online-Auftritt wünschen. Immerhin erfährt der User, dass Erler Mitglied in einem Berliner SC-Freiburg-Fanclub ist. Für den Wahlkampf nutzt Erler Facebook. Hier macht er Werbung für Veranstaltungen, postet Bilder und lässt alle Interessierten einen Blick hinter die Kulissen des Wahlkampfes werfen. Die Mühe lohnt sich. 5000 Leuten gefällt Erlers Seite. Den Kurznachrichtendienst Twitter nutzt er nicht und auf der Video-Plattform Youtube war er lange nicht mehr aktiv.

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Der Herausforderer
Matern von Marschall gibt sich online als ländlich-heimatverbundener Kandidat. Auf der Startseite seiner Homepage läuft eine Diashow, die den CDU-Kandidaten an markanten Freiburger Orten zeigt. "Ich bin einer von hier", so beginnt von Marschalls Wahlvideo und das ist auch die Hauptbotschaft seiner Homepage. Auf Facebook steht Marschall hinsichtlich Informationsfülle und Aktualität seinem Konkurrenten in nichts nach, nur "Gefällt mir"-Angaben hat er bisher kaum sammeln können. Nur 350 Leute bekennen sich zu dem CDU-Mann. Auf Youtube gibt es zwei weitere Videos zu sehen, in denen von Marschall durch seinen Wahlkreis tourt. Von Marschall besitzt einen eigenen Twitter-Account. Benutzt hat er ihn allerdings erst ein einziges Mal.

Die Außenseiterin
Kerstin Andreaes Homepage ist in der Parteifarbe grün umrahmt. Dort informiert die Abgeordnete über ihre Arbeit im Bundestag. Wie ihr SPD-Kollege Erler listet auch sie ihre Nebeneinkünfte und Tätigkeiten auf. Ansonsten ist die Homepage nüchtern gestaltet, viel zum Wahlkampf findet sich hier nicht. Dafür ist Andreae bereits seit 2009 bei Twitter aktiv. Die kurzen Textnachrichten, die man dort versenden kann, schreibt sie aber nicht alle selbst. Auch ihr Büro twittert mit. Das klingt dann an die Adresse der schwarz-gelben Koalition gerichtet so: "Erfolgreichste Regierung seit Wiedervereinigung? Von wegen!" Auf Facebook wirbt sie mit einer gepflegten Seite um potentielle Wähler. Auf den Vorwurf, inhaltsleere Wahlplakate zu haben, antwortet sie dem Kritiker öffentlich. "Dadurch entsteht ein dialogischer Charakter. Das ist das, was man im Netz erwartet", meint Webdesigner Zimmer. Der Facebook-Auftritt kommt an. Knapp 3400 Menschen gefällt die Seite.

Der Liberale
Sascha Fiek grüßt auf seiner Homepage mit langem Text. Deutlich übersichtlicher sind seine Menüpunkte, bei denen der FDP-Kandidat zwischen seiner Arbeit im Freiburger Gemeinderat und seiner Bundestagskandidatur trennt. In seine Homepage hat Fiek Unterstützer-Videos eingebettet, die allerdings schon vier Jahre alt sind. Deutlich aktueller gibt sich der Kandidat auf Twitter. Fast täglich berichtet oder kommentiert er dort. Auf Facebook mischt Fiek Wahlkampfreden und private Urlaubsfotos. Allerdings sind nicht alle Inhalte öffentlich einsehbar. Das irritiert.

Der Linke
Der Direktkandidat der Linken, Tobias Pflüger, präsentiert sich hauptsächlich auf Facebook. Seine Homepage läuft über den baden-württembergischen Landesverband der Linkspartei. Zwischen großen roten Balken findet man trotzdem einige Informationen speziell zum Freiburger Kandidaten. Sein Twitter-Profil ist verwaist.

Die Sonstigen
Neben den Kandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien, bemühen sich auch Vertreter kleinerer Parteien um Wählerstimmen. Im Internet bewegt sich der Piraten-Kandidat André Martens sicher. Die Piraten geben sich sehr transparent. Im parteieigenen Wiki, einer Art Enzyklopädie der Piratenpartei, gibt es alleine zu Martens so viele Informationen, dass man als Wähler kaum mehr durchblickt. Deutlich weniger Informationen hält Elke Fein bereit. Sie tritt für die Alternative für Deutschland (AfD) an. Der jungen Partei scheint es noch an einem Konzept oder an Kapazitäten für den Online-Wahlkampf zu fehlen. Auf der Seite des Kreisverbandes Freiburg steht neben einiger Werbung für Wahlkampfauftritte lediglich ein altmodisch gestalteter Flyer. Auf Facebook wird Fein deutlicher: "Wider die EUdSSR" schrieb sie im März. Kritik an der AfD konterte sie dort ebenfalls: In einer Fotomontage warf sie der ARD "Tagespropaganda" vor.

Mehr über Philip Zimmer unter http://www.pnzimmer.de/cms/

Autor: luk