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29. März 2014

Was Erstwähler interessiert

Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat diskutieren mit den Wentzinger-Schülern.

  1. Freiburger Politprofis stellen sich Fragen von Schülern Foto: Thomas Kunz

Freitagvormittag in der Aula der Wentzinger-Schulen. Erstwähler sitzt Gemeinderäten und Kandidaten für die Kommunalwahl gegenüber. Dieses Jahr dürfen Menschen ab 16 zum ersten Mal wählen. Schüler des Politik-Neigungskurses haben Themen vorbereitet, denen sich acht Freiburger Politprofis stellen sollen.

Auf der Bühne sitzen: Gregor Mohlberg von der Linken Liste, Atai Keller, ehemaliger Geschäftsführer des E-Werks von der Kulturliste, Irene Vogel, Stadträtin der Unabhängigen Frauen und seit 15 Jahren im Gemeinderat, Julia Söhne von der SPD, mit 20 Jahren die Jüngste in der Runde, Stadtrat David Vaulont von den Grünen, Anke Dallmann von den Freien Wählern, die am Wentzinger-Gymnasium Abitur gemacht hat, Stadträtin Sylvie Nantcha von der CDU, die sich für Bildung und Nachhaltigkeit einsetzt, und Sascha Fiek von der FDP, dem Verkehrspolitik und Finanzen wichtig sind.

Ein Schüler betritt die Bühne und thematisiert zuerst den Bau des neuen SC-Stadions. Von Sascha Fiek will er wissen, ob der geplante Bürgerentscheid nun gut sei, oder ob er den Gemeinderat dadurch entmachtet sehe. Fiek besteht darauf, dass nicht genügend Standorte untersucht worden seien, Julia Söhne ist sicher, dass es Expertisen zu anderen Standorten gebe. Fiek lässt nicht locker: "Es gibt kein einziges Gutachten zu einem weiteren Standort." Darauf beschließt Anke Dallmann kurzerhand die abschweifende Diskussion: "Das ist eine Expertise, kein Gutachten." Die Schüler im Publikum lachen.

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Während in den letzten Reihen die ersten Gummibärchentüten geöffnet werden, ziehen die beiden Moderatorinnen das Tempo an. Bei den Themen Öffentlicher Personen-Nahverkehr und Tarifvergünstigungen für Schülerinnen Schüler und Studierende brodelt es. Gregor Mohlberg plädiert für die Einführung eines Sozialtickets, Söhne für Kurzstreckentickets. Fiek und Sylvie Nantcha kommen nicht mehr zu Wort, bevor eine der Moderatorinnen zum nächsten Thema überleitet.

Was die Schüler interessiert: Die Schließung des Artiks, das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, die Einführung eines Kommunalen Ordnungsdienstes und das Thema Sperrzeit. Mohlberg: "Freiburg ist eine provinzielle Kleinstadt auf der Schwelle zur Großstadt, die den Mut haben sollte, Sperrzeiten komplett abzuschaffen." Das Publikum schweigt. Keller: "Wer in der Innenstadt wohnt, muss einfach wissen, dass er in der Innenstadt wohnt." Ausgelassenes Grölen.

Eine Schülerin aus dem Publikum fasst den Vormittag anschließend zusammen: "Ich hätte gerne, nach den vorbereiteten Fragen der Politik-Neigungsfächler, selbst noch etwas gefragt. Komplett überzeugt hat mich heute nämlich keiner der Politiker." Trotzdem freue sie sich darauf, zum ersten Mal wählen zu gehen: "Die Diskussion hat mein Interesse geweckt. Vor dem 25. Mai muss ich aber noch verstehen, wie das mit den 48 Stimmen funktioniert."

Autor: Alicja Schindler