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05. Januar 2009

WAS MACHT EIGENTLICH . . .?: Conny Mayer-Bonde?

Heute: Die CDU-Politikerin (36) arbeitet in der Wissenschaft

  1. VITAConny Mayer-Bonde, 1972 geboren, studierte in Saarbrücken und Mannheim BWL und Politik, Promotion 2003. Sie war Citymanagerin von Offenburg und saß ab 2002 für die CDU im Bundestag. 2005 verlor sie als Freiburger Direktkandidatin gegen Gernot Erler (SPD). Seit 2006 ist sie Professorin an der Merkur Internationale Fachhochschule in Karlsruhe. Foto: privat

Im Moment bin ich vor allem für unsere vier Wochen alte Tochter und unseren zweijährigen Sohn da und für ein paar Wochen in Elternzeit – bevor ich ab Februar wieder meiner beruflichen Tätigkeit an der Merkur Internationale Fachhochschule in Karlsruhe nachgehe. Dort bin ich seit etwas über zwei Jahren Professorin für Marketing, PR und Tourismus – ich mache also wieder das, was ich vor meiner politischen Zeit schon gemacht habe: Auch als Citymanagerin von Offenburg und als Mitarbeiterin des Tourismusverbandes Baden-Württemberg hatte ich ja vor allem mit Marketing und Betriebswirtschaft zu tun.

Eine Professur habe ich schon vor meiner Zeit im Bundestag als ein langfristiges berufliches Ziel gesehen, als Citymanagerin war ich auch schon Lehrbeauftragte an den Fachhochschulen in Kehl und Mannheim. Lehren und Forschen als hauptberufliche Tätigkeit war dann aber trotzdem etwas Neues für mich – und ich mache das sehr gerne.

Mir macht es zum einen viel Freude, mich wieder intensiv mit meinen Fachthemen zu beschäftigen. Im Bundestag ist man ja Allrounder: Man befasst sich mit der Außenpolitik genauso wie mit Familienpolitik, innerer Sicherheit und Verkehrsfragen. Zum zweiten ist es eine tägliche Herausforderung, an der Hochschule mit jungen Menschen zu arbeiten. Das, was man tut und sagt, wird ständig hinterfragt – das genieße ich. Ich habe den Schritt in die Lehre überhaupt nicht bereut, ganz im Gegenteil.

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Obwohl wir in Baiersbronn im Schwarzwald leben, bin ich immer noch recht häufig in Freiburg. Die Familie meines Mannes lebt glücklicherweise hier, und so ergeben sich immer wieder Gelegenheiten zu Besuchen, so wie auch kürzlich über Weihnachten. Auch zur Politik in der Stadt habe ich noch Kontakt, dieses Jahr war ich zum ersten Mal nicht auf der Weihnachtsfeier der Freiburger CDU, weil der Termin zu kurz nach der Entbindung war.

Ich bin ein politischer Mensch – Politik ist meine Leidenschaft und ich bin dankbar dafür, dass ich immer noch im Ehrenamt Politik machen darf: Ich bin Bezirksvorsitzende der Frauen-Union in Nordbaden, einer Vereinigung, der mehr als 5000 Frauen angehören. Ich finde es auch schön, dass ich über meinen Mann [den grünen Bundestagsabgeordneten Alexander Bonde aus dem Wahlkreis Emmendingen-Lahr, die Red.] noch so nah dran bin an der Bundespolitik. Ich würde auch nicht ausschließen, irgendwann mal wieder hauptberuflich in dem Bereich zu arbeiten – sag niemals nie.

Ich genieße es aber auch, dass ich jetzt einen Beruf habe, in dem ich auch mal abends zuhause sein kann, bei dem ich am Wochenende nicht permanent beruflich unterwegs sein muss – das ist ein großer Unterschied zu der Zeit im Bundestag. Meine jetzige Tätigkeit ist eindeutig familienkompatibler als die Politik.

– aufgezeichnet von Thomas Goebel

Autor: thg