Fahrradexperte erklärt

Was man beim Bergrennen Schauinslandkönig beachten muss

Christian Engel

Von Christian Engel

Do, 12. Juli 2018 um 11:59 Uhr

Freiburg

11,5 Kilometer, 770 Höhenmeter – das Radrennen Schauinslandkönig hat es in sich. Mancher Fahrer kommt dabei schnell an seine Grenzen. Radexperte Florian Geyer gibt Tipps, wie man den Berg bezwingt.

Florian Geyer fuhr 15 Jahre lang Radrennen, absolvierte den Schauinslandkönig in 34 Minuten, leitet nun das Radlabor Freiburg. Wenn jemand Tipps geben kann, wie man einen Berg bezwingt, wie man richtig auf dem Rad sitzt und sich warm macht, dann er.

Wie bereite ich mich vor?

"Es bringt jetzt nichts mehr, zu trainieren. Es geht lediglich darum, mit kurzen Fahrten die Spannung hochzuhalten. Man muss für diese Renndistanz auch keine Nudelparty machen. Es reicht, am Tag davor normal zu essen, genügend Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Drei Stunden vor dem Rennen sollte man das letzte Mal gegessen haben. Leichte Kost. Wichtig ist, dass man sich richtig warm macht. Am besten reist man mit dem Fahrrad an, dann kann man im Günterstal drei Mal drei Minuten Renntempo fahren, um den Puls hochzukriegen. Die Startnummer holen, bisschen einrollen – und dann sollte der Start auch bald folgen."
Florian Geyer fing mit 17 beim RSV Hofweier mit Radsport an. Er nahm 15 Jahre lang an Amateurrennen teil. Heute leitet der 33-Jährige das Radlabor in Freiburg.

Wie gehe ich ein Bergrennen an?

"Gleich zu Beginn des Rennens kommt der steilste Anstieg. Mein Tipp: Hier erstmal langsamer fahren als man denkt, dass man könnte. Dann ist man in der Regel immer noch zu schnell. Viele machen aber den Fehler, dass sie es da übertreiben und hintenraus nicht mehr zulegen können. Wichtig ist, dass man im Rennen eine Trittfrequenz zwischen 75 und 90 hat. Zur Erklärung: Je geringer die Trittfrequenz, desto höher das Drehmoment – desto länger steht der Muskel unter Anspannung. Dadurch fließt weniger Blut im Muskel und im Endeffekt fehlt ihm dieser Zustrom zur Energiegewinnung. Wer nicht so erfahren ist, kann ja mal im leichtesten Gang am Berg fahren. Wenn er da unter 75 Umdrehungen bleibt, sollte er sich eine andere Übersetzung zulegen, das größte Ritzel mit 32 Zähnen hinten.

Wie fahre ich ideal am Berg?

"Es hilft, zwischendurch mal aufzustehen, um Muskelgruppen zu entlasten. Sobald man aufsteht, sinkt die Trittfrequenz. Daher sollte man in einen höheren Gang schalten, damit das Tempo gleichbleibt. Beim Hinsetzen wieder runterschalten. Auch in Kurven und Serpentinen sollte man hochschalten, da sie in der Regel flacher sind als gerade Strecken. Ansonsten am besten am Oberlenker greifen. Dadurch sitzt man aufrechter, was wiederum dazu führt, dass die Hüfte weniger Ausweichbewegungen macht – es kommt mehr Kraft auf die Pedale."

Was ist, wenn ich überpace?

"Schlecht. Dann zwingt dich der Körper, langsamer zu machen – oder gar eine Pause einzulegen. Also lieber gleich aufs Tempo achten und vor allem auf seinen Körper hören: nach Gefühl fahren."

Was ziehe ich an?

"Ein Helm ist Pflicht beim Radfahren im Allgemeinen und beim Schauinslandkönig im Besonderen. Bei heißem Wetter empfehle ich eine kurze Hose und ein Radtrikot mit durchgängigem Reißverschluss. Die Sonnenbrille ein bisschen von der Nase wegnehmen, damit der Schweiß nicht auf die Gläser fließt."
Das Radrennen Schauinslandkönig startet am Sonntag, 15. Juli, um 10 Uhr. Nachmelden kann man sich noch bis Samstag, 16 Uhr, bei Sport Kiefer, Schwarzwaldstraße 173. Kosten: 40 Euro. Infos unter http://www.schauinslandkoenig.de