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15. März 2010
Wenig Feinstaub, aber viel Stickstoffdioxid
Anders als Stuttgart hält Freiburg die Feinstaub-Grenzwerte bislang ein / Große Belastung bei Inversionswetterlagen.
Am Stuttgarter Neckartor wurde allein in den ersten beiden Monaten der zulässige EU-Jahresgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft an 38 Tagen überschritten, erlaubt sind 35 – im ganzen Jahr. In Freiburg meldet das Regierungspräsidium auf Anfrage der BZ jetzt an der Schwarzwaldstraße 13 und an der Zähringerstraße 12 Überschreitungen.
Im gesamten Jahr 2009 lagen die Messwerte an den beiden am meisten belasteten Straßen in Freiburg mit 26 und 27 Überschreitung noch im grünen Bereich.
Eine dritte Messstation ist übrigens auf dem Parkplatz beim Technischen Rathaus installiert, wo der Verkehr kaum eine Rolle für die Werte spielt, dafür aber die Hintergrundbelastung abzulesen ist, das also, was großräumig durch Verkehr und Feuerungsanlagen in der Luft ist. "Aus den Werten könnte man den Schluss ziehen", so RP-Sprecher Joachim Müller-Bremberger, "dass etwa 2008 sechs der zehn Feinstaub-Überschreitungen an der Schwarzwaldstraße völlig unabhängig vom Verkehr auf der Straße aufgetreten wären."
Schlechter als die Feinstaub- sind in Freiburg die Stickstoffdioxidwerte. Hier sieht die EU die grenzwertige Belastung bei einem Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, der aber regelmäßig überschritten wird: Im vergangenen Jahr lag er an der Schwarzwaldstraße bei 71 (im Jahr 2008 bei 69, 2007 bei 68) und an der Zähringer Straße bei 48 (2008: 45, 2007: 49) "Die Stickstoffdioxid-Werte werden wir nie einhalten können, auch nicht bei kompletter Umsetzung aller Maßnahmen aus dem Luftreinhalteplan", so Müller-Bremberger. Um diese Belastungen zu minimieren, sei die große Politik gefordert und nicht die lokale Ebene.
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Die Feinstaubbelastungen in der Luft ist immer dann besonders hoch, wenn Inversionswetterlagen herrschen, das heißt, wenn zwischen den Berghöhen und dem Tal nur ein geringer Luftaustausch stattfinden kann, etwa weil eine Nebeldecke über der Stadt Freiburg liegt und die Luft auf den Bergen wärmer ist als unten im Tal.
Für die hohen Stickstoffbelastungen in der Schwarzwaldstraße könnte indes auch der Höllentäler aus dem Bergland mitverantwortlich sein: Er bringt in den Abendstunden hohe Ozonkonzentration nach Freiburg und erst das Ozon reagiert mit den vom Verkehr ausgestoßenen Stickoxiden zum gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxid.
Autor: Lars Bargmann
